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17.05.2012

15:35 Uhr

Unregelmäßigkeiten

Mladic-Prozess schon wieder ausgesetzt

Kaum hat das Verfahren gegen den „Schlächter vom Balkan“ begonnen ist es auch schon wieder vorbei, zumindest vorläufig. Das Gericht vertagte den Prozess auf unbestimmte Zeitwegen „Unregelmäßigkeiten“.

Grab in der Nähe von Srebrenica. Reuters

Grab in der Nähe von Srebrenica.

Der Prozess gegen den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic ist bis auf Weiteres ausgesetzt worden. Als Grund für die Aufschiebung nannte Richter Alphons Orie heute „Unregelmäßigkeiten“ auf Seiten der Staatsanwaltschaft. Sie habe der Verteidigung Dokumente vorenthalten und damit die Vorbereitung der Gegenseite auf den Prozess behindert. Ein Termin für die Fortsetzung des Verfahrens gegen den 70-Jährigen soll demnach so schnell wie möglich bekanntgegeben werden.

Der Prozess gegen Mladic, der „Schlächter vom Balkan“ berüchtigt ist, hatte erst gestern Mittwoch begonnen. Ursprünglich sollte am 29. Mai der erste Zeuge der Anklage gehört werden. Dieser Termin ist mit der Aussetzung des Verfahrens nun aber hinfällig. Die Anwälte von Mladic hatten am Montag eine Verschiebung des Prozesses um ein halbes Jahr gefordert. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Mittwoch, keine Einwände gegen eine spätere Anhörung ihrer Zeugen zu haben.

Mladic werden Völkermord sowie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkrieges (1992-1995) zur Last gelegt. Insgesamt liegen elf Anklagepunkte gegen ihn vor. Der Ex-General wird vor allem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich gemacht, bei dem 1995 rund 8.000 muslimische Jungen und Männer ermordet wurden. Zudem wird ihm die Verantwortung für die 44-monatige Belagerung von Sarajevo zugeschrieben, bei der 10.000 Zivilisten getötet wurden.

Von

afp

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