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13.12.2013

16:17 Uhr

Unruhen in Ägypten

43 Verletzte bei Anschlag auf Polizei-Kaserne

Immer wieder erschüttern Terrorakte Ägypten. Diesmal traf es eine Kaserne der ägyptischen Polizei – 43 Menschen wurden verletzt. Die Kundgebungen der Islamisten gehen indes im schlechten Wetter unter.

In den vergangenen Tagen war es in Kairo mehrfach zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Studenten gekommen, die Mursi unterstützen. Reuters

In den vergangenen Tagen war es in Kairo mehrfach zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Studenten gekommen, die Mursi unterstützen.

KairoBei einem Anschlag auf eine Kaserne der ägyptischen Ordnungspolizei sind am Donnerstagabend 43 Menschen verletzt worden. Das teilte ein Sprecher der Sicherheitskräfte in der Nacht zum Freitag mit. Ein Polizist starb. Neue Proteste der Muslimbruderschaft zogen am Freitag in Kairo wegen der ungewöhnlichen Kälte nur wenige Menschen an.

Zu dem Anschlag in der Suezkanal-Stadt Ismailia bekannte sich zunächst niemand. Die radikale Islamisten-Bewegung Gamaa Islamija verurteilte die Tat. Gleichzeitig gab sie jedoch nach Angaben der staatlichen Nachrichten-Website „Egynews“ der Übergangsregierung die Schuld „an allem, was derzeit in Ägypten geschieht“.

Erst im Oktober waren bei einem ähnlichen Anschlag vor einer Zentrale des Militärgeheimdienstes in Ismailia sechs Armeeangehörige verletzt worden. Die Großstädte Ismailia, Port Said und Suez, die am Suezkanal liegen, sind wegen der strategischen Bedeutung der Wasserstraße stark militarisiert.

Außerdem schließt sich jenseits des Kanals die Halbinsel Sinai an. In deren nördlichen und mittleren Teilen führen Al-Kaida-nahe Extremisten und militante Beduinen einen Kleinkrieg gegen die ägyptischen Sicherheitskräfte.

Anhänger der verbotenen Muslimbruderschaft demonstrierten am Freitag in kleinerer Zahl vor mehreren Moscheen in Kairo. Nach dem Freitagsgebet protestierten sie gegen die Absetzung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli durch das Militär. Die Kundgebungen trotzten den für die Region ungewöhnlich tiefen Temperaturen und anhaltenden Regenfällen.

Der Aufstieg und Fall von Mohammed Mursi

4. November

In Kairo beginnt der Strafprozess gegen Mursi. Anhänger haben im Vorfeld zu Protesten aufgerufen.

28. und 29. Oktober

Mursi lehnt eine Woche vor Beginn des Prozesses gegen ihn die Rechtmäßigkeit des Gerichts ab. Einen Tag später platzt ein Prozess gegen die Führungsriege der Muslimbrüder wegen Anstiftung zum Mord. Die Richter erklären sich für befangen.

4. Oktober

Muslimbrüder beginnen dreitägige Proteste gegen Mursis Entmachtung, in Ägypten werden dabei mehr als 50 Menschen getötet.

23. September

Ein Gericht in Kairo erklärt die Muslimbruderschaft und alle Ableger der Organisation für illegal.

19. August

Die Staatsanwaltschaft leitet gegen Mursi Ermittlungen wegen Verantwortung für die Tötung von Demonstranten im Dezember 2012 ein. Später folgt eine Anklage wegen Beleidigung der Justiz.

14. August

Bei der Räumung von Protestlagern mit Tausenden Mursi- Anhängern gibt es nach Regierungsangeben mehr als 600 Tote. Eine Verhaftungswelle hochrangiger Muslimbrüder setzt ein.

8. August

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan fordern Zehntausende Islamisten die Wiedereinsetzung Mursis.

3. August

Die Muslimbrüder bestehen darauf, dass Mursi wieder als Präsident eingesetzt wird.

26. und 27. Juli

Mursi wird des Landesverrats beschuldigt und kommt in Untersuchungshaft.

3. und 4. Juli

Nach den Massenprotesten setzt das Militär Mursi ab und stellt ihn unter Arrest. Der oberste Verfassungsrichter Adli Mansur wird Übergangspräsident. Mursi-Anhänger beginnen einen Dauerprotest.

30. Juni

Eine Unterschriftenkampagne der Initiative „Tamarud“ (Rebellion), mit der Mursi zum Rücktritt gezwungen werden soll, gipfelt in Massenprotesten Hunderttausender.

2. Juni

Das oberste Verfassungsgericht verkündet, dass die von Mursi durchgeboxte Verfassung unter nicht gesetzeskonformen Umständen zustande gekommen ist.

29. November 2012

Im Eilverfahren peitscht das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee Mursis Entwurf einer neuen Verfassung durch. In Massenprotesten demonstriert die Opposition gegen eine schleichende Islamisierung.

24. Juni 2012

Die Wahlkommission erklärt den Kandidaten der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, zum Sieger der Präsidentenwahl. Quelle: dpa

In den vergangenen Tagen war es in Kairo mehrfach zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Studenten gekommen, die Mursi unterstützen. Der Ex-Präsident sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen der angeblichen Tötung von oppositionellen Demonstranten während seiner Amtszeit.

Von

dpa

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