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16.03.2011

07:00 Uhr

Unruhen in Bahrain

Mit Tränengas und Panzern gegen Reformen

Im Golf-Königreich Bahrain sind Sicherheitskräfte am Mittwochmorgen nach arabischen Medienberichten gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Der König hat den Ausnahmezustand verhängt.

Krieggsrecht in Bahrain - G8 uneins über Libyen

Video: Krieggsrecht in Bahrain - G8 uneins über Libyen

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ManamaWie der Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, feuerten Polizisten Tränengas auf Demonstranten, die in der Hauptstadt Manama auf dem zentralen Perlenplatz campierten, um ihrer Forderung nach politischen Reformen Nachdruck zu verleihen. Zuvor seien bereits Soldaten mit Panzern zu dem Platz vorgerückt. Ob Soldaten an den Auseinandersetzungen beteiligt waren, blieb zunächst unklar. Eine Korrespondentin der britischen BBC berichtete von Rauch, der über dem Perlenplatz aufsteige.

Anscheinend hätten die Sicherheitskräfte den Platz unter ihre Kontrolle gebracht. Mindestens 500 Demonstranten hatten laut Al-Dschasira in der Nacht dort ausgeharrt. Bereits am Dienstag war es in Bahrain zu schweren Zusammenstößen gekommen, bei denen mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen sein sollen. König Hamad bin Issa al-Chalifa verhängte den Ausnahmezustand über das Land.

Die Opposition spricht angesichts des harten Vorgehens der Regierung gegen die Demonstranten von einem „Vernichtungskrieg“. Bei einem Einsatz der bahrainischen Truppen seien allein am Mittwoch fünf Menschen getötet und Hunderte verletzt worden, sagte ein hochrangiger Vertreter der schiitischen Opposition.

Am Montag hatte Saudi-Arabien 1000 Soldaten nach Bahrain geschickt, um der bedrängten Herrscherfamilie beizustehen. Die Vereinigten Arabischen Emirate schickten 500 Polizisten. Ein kleineres Kontingent kam aus Katar. Die Sicherheitskräfte von Bahrain werden von Sunniten kontrolliert, nach den Schiiten die zweite große Glaubensrichtung des Islam. Auch das Königshaus ist sunnitisch. Die Demonstranten sind überwiegend Schiiten, die 60 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie werfen den sunnitischen Machthabern Diskriminierung vor. Damit unterschieden sich die Proteste in Bahrain von den Volksaufständen in anderen arabischen Staaten.

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