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27.07.2013

15:10 Uhr

Unruhen

Nordafrika im Aufruhr

Nicht nur in Ägypten gibt es massive Unruhen. Auch aus Libyen werden Angriffe auf Mitglieder der Muslimbruderschaft gemeldet. In Tunesien eskaliert die Lage ebenfalls. In beiden Ländern gibt es ähnliche Auslöser.

In Libyen protestieren zahlreiche Demonstranten gegen die Islamisten. dpa

In Libyen protestieren zahlreiche Demonstranten gegen die Islamisten.

Tripolis/TunisDie Ermordung eines prominenten Kritikers der Muslimbruderschaft hat am Samstag in mehreren libyschen Städten gewaltsame Proteste gegen die Islamisten ausgelöst. In der ostlibyschen Stadt Bengasi, wo am Freitag der Anwalt Abdelsalam al-Mosmari nach einem Moschee-Besuch aus dem Hinterhalt erschossen worden war, demonstrierten Hunderte gegen die Muslimbruderschaft. Sie setzten zwei Gebäude in Brand, eines der Bruderschaft und eines ihrer Partei JCP. In der Hauptstadt Tripolis zogen Demonstranten auf den Platz der Märtyrer. Zudem stürmten Jugendliche die Zentrale der JCP in der Hauptstadt, verwüsteten sie und zogen dann weiter zur Zentrale der größten Partei, der liberalen NFA.

Mosmari war landesweit unter anderem durch Fernsehauftritte bekannt, in denen er die Präsenz bewaffneter Milizen auf Libyens Straßen kritisiert und gegen die Muslimbruderschaft Stellung bezogen hatte. In Libyen ist die massive Gewalt zwei Jahre nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi ein großes Problem beim Wiederaufbau des nordafrikanischen Landes. In Bengasi waren am Freitag auch zwei Angehörige des Militärs erschossen worden.

"Packt Eure Sachen. Bengasi will, dass ihr verschwindet", riefen Demonstranten beim Sturm auf die Gebäude der Islamisten in Bengasi. Dort wie auch in Tripolis skandierten die Demonstranten Parolen gegen die Muslimbruderschaft, die sie für die Morde in Bengasi verantwortlich machten. Ein Sprecher der Islamisten wies die Vorwürfe zurück und verurteilte den Mord an Mosmari.

"Die Menschen sind auf die Straße gegangen, weil sie von allen politischen Parteien und vom Scheitern des Staates genug haben", sagte der Demonstrant Hischam Idirs auf dem Märtyrerplatz. Der Widerstand gegen die Muslimbrüder nehme zu, weil diese versuchten, ihre politischen Ziele unter dem Deckmantel der Religion durchzusetzen.

Libyen ist nach den Nachbarn Ägypten und Tunesien das dritte nordafrikanische Land, in dem die Proteste gegen die Muslimbruderschaft in Gewalt umschlugen. Im benachbarten Ägypten sind bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi mehrere Hundert Menschen getötet worden, allein in der Nacht zum Samstag mehrere Dutzend.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

27.07.2013, 15:38 Uhr

Wo Moslems sind, da gehts eben so zu wie es dort so allgemein nunmal zugeht. Werden wir auch noch erleben, keine Sorge....

btw

27.07.2013, 15:46 Uhr

Feiner Beitrag von karstenbewanger in gewohnt rassistischer Manier.

Indes geht es nicht um den Islam, sondern um Islamisten, die ihre Ambitionen pseudoreligiös aufladen und den Islam dafür mißbrauchen: so, wie Sie Ihr Sofachristentum hier scheinbar auch aufzuladen suchen.

kurzda

27.07.2013, 16:19 Uhr

die Gefahr besteht nicht? Interpretieren denn Islamisten die Lehre anders? Wenn ja wie anders? Gibt es keine Parallelkultur?

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