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18.02.2004

11:50 Uhr

Untergrundgruppe will eigene Regierung gründen

Irak: Attentat auf polnische Soldaten

Beim bislang schwersten Anschlag auf einen polnischen Militärstützpunkt im Irak sind am Mittwoch elf Iraker und die beiden Selbstmordattentäter getötet worden. Mindestens 102 Menschen wurden dabei verletzt, die meisten von ihnen durch herumfliegende Glassplitter.

HB BAGDAD/WARSCHAU/FALLUDSCHA. Eine Sprecherin des US-Militärkommandos teilte in Bagdad mit, bei den Verletzten handele es sich um 44 Iraker und 58 Soldaten. Der Anschlag erreignete sich in der zentralirakischen Stadt Hilla.

Die beiden irakischen Attentäter hatten versucht, mit zwei - mit Sprengstoff beladene - Fahrzeugen den gesicherten Eingang zum Stützpunkt Camp Charlie zu durchbrechen, sagte ein Sprecher des polnischen Generalstabs in Warschau. Mongolische Soldaten der multinationalen Truppe unter polnischem Kommando erschossen einen Fahrer. Der zweite Wagen explodierte. Zwei Iraker, die sich vor der Militärbasis in Hilla aufhielten, kamen bei der Explosion ums Leben.

Die Leichen der beiden Attentäter wurden aus den Fahrzeugen geschleudert und rund 200 Meter vom Ort der Explosion entfernt gefunden. Durch die Wucht der Explosion wurde die Betonmauer, die das Lager umgibt, beschädigt. Ein Wohnhaus auf dem Gelände wurde zerstört.

In Falludscha hat am Montag eine bislang unbekannte irakische Gruppe die Gründung einer Staatsführung im Untergrund angekündigt. In einem Flugblatt mit dem Datum 11. Februar heißt es, die „kämpfenden und politischen Gruppen“ im Irak hätten sich zu einer „Befreiungsfront/Provisorisches Generalkommando“ zusammengeschlossen. Diese Front werde einen 25-köpfigen Rat sowie einen Staatschef und Minister ernennen. Der „Staatschef“ solle gleichzeitig der Kommandeur der bewaffneten Gruppen sein. Die „Befreiungsfront“ vertrete die Interessen aller religiösen und ethnischen Gruppen im Irak und lehne die Abhaltung von Wahlen ab, heißt es in dem Pamphlet weiter. Der 25-köpfige provisorische Regierungsrat sei ein übles Gremium von Verrätern.

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