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02.02.2011

12:04 Uhr

„Unterirdisches“ Verhalten

Irakische Sicherheitskräfte bringen FDP-Minister in Rage

Eigentlich wollte er dem Irak doch nur Gutes tun, sich für den Wiederaufbau in dem Land stark machen: Doch Bundesentwicklungsminister Dirk Niebels wurde während seines dreitägigen Besuchs jäh ausgebremst.

Von Irakern geärgert: Dirk Niebel. dpa

Von Irakern geärgert: Dirk Niebel.

HB BERLIN. Nach den Abfertigungspannen am Flughafen Bagdad hat Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) der irakischen Regierung Konsequenzen angekündigt. Die fast zweistündige Verzögerung des Abflugs werde „ein Nachspiel haben“, sagte Niebel der Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch. Das Verhalten der irakischen Sicherheitskräfte am Flughafen sei „unterirdisch“ gewesen.

Niebel und seine Delegation waren am Dienstagnachmittag am Flughafen Bagdad immer wieder vom Sicherheitspersonal aufgehalten worden. Anschließend hatte der Tower der bereitstehenden Bundeswehr-Transall die Abflugerlaubnis mit der Begründung verweigert, die Landegebühr sei noch nicht entrichtet worden. Erst nach erneuter Zahlung von 2500 US-Dollar war die Maschine mit zweistündiger Verspätung Richtung Erbil gestartet.

Niebel sagte Bild.de, er habe das Auswärtige Amt über die Vorfälle informiert. „Jetzt liegt der Fall beim irakischen Transportminister.“ Der Minister äußerte sich zugleich besorgt über die Zustände im Irak: „Der Übergang von einem staatlich gelenkten System zu einem freiheitlichen wird wohl noch ein längeres Stück brauchen. Es fehlt hier im Land an Menschen, die Entscheidungen treffen.“

Kommentare (4)

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Niebelchen

02.02.2011, 13:19 Uhr

Tja, sowas passiert, wenn man bei der benennung der Minister eine derart schräge Wahl trifft. Nicht einmal die irakis nehmen ihn ernst.

Stelter

02.02.2011, 13:21 Uhr

Tja, daran wird deutlich, wie sich Politiker als bevorrechtigte und höhere Menschen empfinden.
Wenn ein Minister nicht einmal soviel Contenance hat, um über Geringfügigkeiten hinwegzusehen, sollte er mal zu Lernzwecken als normaler Passagier oder Urlauber fliegen. Das hilft !
Aber die Arroganz ist insbesondere den FDP Politiktern angeboren. Die sind lernresistent.

Voltaire

02.02.2011, 13:44 Uhr

Hat denn der Minister nicht versucht, die Lande- bzw. Startgebühr nach unten zu verhandeln?

ich gehe davon aus, dass er bereitwillig gleich den erst genannten betrag des irakischen Verhandlungsführers mit Verärgerung zugestimmt hat.

Er hätte sich etwas mehr Zeit nehmen müssen und das Gespräch zunächst mit seinem Angebot "Mafisch fluus" beginnen müssen. Letztendlich einigt man sich dann auf eine Zahlung max. 1/3 zur ursprünglich genannten Forderung bevor man sich herzlich mit einem "Maa salama" verabschiedet.

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