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14.02.2012

22:07 Uhr

Unterlagen fehlen

Finanzminister sagen Griechenland-Treffen ab

Das für Mittwoch erwartete Treffen der Euro-Finanzminister zu Griechenland findet nicht statt. Es fehlen noch wichtige Unterlagen. Die griechische Regierung sucht derweil verzweifelt nach weiteren Sparmöglichkeiten.

Euro-Gruppen-Präsident Jean-Claude Junker und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: Treffen abgesagt. dpa

Euro-Gruppen-Präsident Jean-Claude Junker und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: Treffen abgesagt.

Athen/Berlin/BrüsselDas für Mittwoch angesetzte Treffen der Eurogruppe in Brüssel über das zweite Rettungspaket für Griechenland ist abgesagt. Da noch nicht alle Unterlagen fertig seien, sei ein persönliches Treffen nicht angebracht, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Dienstag. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker bestätigte die Absage. Er habe die Minister stattdessen zu einer Telefonkonferenz eingeladen, um das reguläre Treffen am Montag vorzubereiten.

Pleitekandidat Griechenland sucht derweil verzweifelt nach letzten Einsparmöglichkeiten und will so rasch benötigte internationale Rettungsgelder loseisen. Im geforderten Sparplan über 3,3 Milliarden Euro klafft noch eine Lücke von 325 Millionen Euro. Die Regierung kam am Dienstag unter Vorsitz von Ministerpräsident Lucas Papademos zusammen, um die Lücke zu schließen.

Aus dem griechischen Finanzministerium hieß es am Abend nach einer Kabinettssitzung, Pläne für die 325-Millionen-Euro-Einsparungen würden „in den kommenden Tagen“ vorgelegt. Laut griechischen Medien könnten Gehälter etwa in der Armee, bei Polizisten und Richtern um zehn Prozent gekürzt werden. Auch soll es Einsparungen bei den Budgets der Ministerien geben. Bezüglich der politischen Zusagen für eine Umsetzung des Sparprogramms hieß es im Finanzministerium, ein entsprechender Brief werde bereits am Mittwoch fertig sein.

Die Wirtschaft des von Streiks und Unruhen erschütterten Landes liegt am Boden. Die Rezession verschärfte sich zuletzt weiter: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vierten Quartal um sieben Prozent.

Griechenland steht kurz vor der Pleite und braucht dringend ein neues Hilfspaket von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über 130 Milliarden Euro. Die beiden Geldgeber üben massiven Druck auf Athen aus, sich auf konkrete Einschnitte und Reformvorhaben zu verpflichten - ansonsten werde kein frisches Geld fließen. OECD-Generalsekretär Angel Gurria fordert einen schnellen Abschluss des neuen Hilfepakets. „Was im Moment nötig ist, ist, den Deal nun machen“, sagte der Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin. Es lägen genügend Elemente für eine Lösung auf dem Tisch.

Kommentare (31)

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Rainer_J

14.02.2012, 19:08 Uhr

Zitat:"Die griechische Regierung sucht derweil verzweifelt nach weiteren Sparmöglichkeiten."

Ha, ha, ha. Dann werde ich mal konstruktiv helfen.

Spitzensteuersatz laut Wikipedia:

Deutschland: 47,48%

Griechenland: 40%

http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuertarif

Rapid

14.02.2012, 19:12 Uhr

Da wird nichts mehr draus. Mein "Bauchgefühl" und mein Verstand sagt mir, Griechenland geht in den Bankrott. Wenn man die journalistische und die politische Begleitung im Vorfeld genau beobachtet und analysiert, kann man schlechterdings zu keiner anderen Meinung kommen.
Aber, der Mensch ist fehlbar und kann sich täuschen.
Also schau´n wir mal.

Rainer_J

14.02.2012, 19:13 Uhr

Oder wie wäre es das Renteneintrittsalter auf deutsches Niveau (67 Jahre) zu heben? Kann doch nicht so schwer sein auf diese Idee zu kommen, oder?

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