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11.01.2013

20:24 Uhr

Unterstützerrolle

USA übergeben Verantwortung an Afghanen schon im Frühjahr

Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Kräfte: Das sollen schon bald die Aufgaben der US-Truppen in Afghanistan sein. US-Präsident Obama will die Sicherheitsverantwortung schon im Frühjahr übertragen.

Obama (hinten) und Karsai: Die afghanischen Kräfte sollen schon im Frühjahr in ihrem Land die Verantwortung übernehmen. dapd

Obama (hinten) und Karsai: Die afghanischen Kräfte sollen schon im Frühjahr in ihrem Land die Verantwortung übernehmen.

WashingtonDie amerikanischen Truppen in Afghanistan sollen die Sicherheitsverantwortung noch schneller an die einheimischen Kräfte übertragen als ursprünglich geplant. Das gaben US-Präsident Barack Obama und der afghanische Präsident Hamid Karsai nach einem Vier-Augen-Gespräch am Freitag in Washington bekannt. „Ab diesem Frühjahr werden unsere Soldaten eine andere Mission haben – die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Kräfte“, sagte Obama.

Die Verlagerung von selbstgeführten Kampfeinsätzen hin zu einer reinen Unterstützungsrolle werde nun schon für den Frühling und nicht erst im Sommer angepeilt. Gefangen genommene Aufständische sollen zudem in die Obhut der Regierung in Kabul übergeben werden.

Die Umwandlung der Aufgabe der US-Truppen am Hindukusch sei ein „historischer Moment und ein weiterer Schritt hin zu einer vollständigen afghanischen Souveränität“, sagte Obama. Die neue Rolle des US-Militärs schaffe auch die Voraussetzungen für den weiteren Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan. Afghanistan sei für die „meisten Menschen“ in den „meisten Städten“ ein sichererer Ort als zu Beginn der Mission, betonte Obama. Eine erhebliche Schwächung der Terrororganisation Al-Kaida sei erreicht. „Das ursprüngliche Ziel unseres Kriegseintritts scheint in greifbare Nähe gerückt zu sein“, sagte Obama.

Die Fähigkeiten der afghanischen Armee „übertreffen frühere Erwartungen“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Staatschefs. Obama sagte, mit dem Beschluss komme er dem Wunsch Karsais nach einer schnelleren Übergabe der Sicherheitsverantwortung nach. Die Präsenz amerikanischer Truppen nach 2014 werde noch geprüft, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die USA haben zurzeit noch 66.000 Soldaten am Hindukusch. Nach Vorstellungen des Militärs sollten davon auch nach 2014 zwischen 6000 und 15.000 Mann in Afghanistan bleiben. Das Weiße Haus liebäugelt gar mit einem Komplettabzug sämtlicher Truppen: „Wir schließen keine Option aus“, hatte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes noch am Dienstag gesagt. Obama bekräftigte am Freitag, dass nur dann US-Soldaten nach 2014 in Afghanistan stationiert bleiben, wenn sie vor Strafverfolgung durch afghanische Behörden geschützt sind.

Die USA und ihre Nato-Verbündeten haben mit der afghanischen Regierung vereinbart, den Kampfeinsatz bis spätestens Ende 2014 zu beenden. Nach der vollständigen Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die einheimischen Kräfte sollen einem zwischen Washington und Kabul geschlossenen Partnerschaftsabkommen zufolge US-Soldaten aber weiterhin afghanische Truppen ausbilden und in den Kampf gegen Extremisten eingreifen.

Kommentare (3)

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tesaro

12.01.2013, 10:54 Uhr

Und was hat es gebracht, Nichts!
Jeder tote Soldat egal welcher Nation war um sonst gefallen!
Der völlig sinnlose Krieg in Afghanistan hat viel Geld, viel Leid und Zerstörung gebracht.
Geld wird Afghanistan weiter von uns bekommmen, als Gegenleistung werden wir Terror und Rauschgift bekommen.
Was hätte bekämpft werden sollen, nähmlich den Anbau von Mohn und die Korruption der afghanischen Machthabern die sich mit unseren Hilfen bereichern, das wurde unterlassen.
Verrückte Welt.

Heini1946

12.01.2013, 11:18 Uhr

Es kommt am Ende doch so wie die Kritiker dieses Engagements es am Anfang schon vorhergesagt haben. Mit großem Getöse rein und mit eingezogenem Schwanz raus. Dazwischen liegen Toten und Verletzten und verdammt viel
Geld. Nach dem Abzug kommt der Taliban zurück...alles wie
gehabt. Hallo Frau Merkel, schalten Sie Ihr Hörgerät ein!
Der Ami bläst zum Rückzug! In den Dörfern schon mal die
Fahnen raushängen für die glorreichen Rückkehrer von ihrer
sinnlosen Mission. Die Hersteller und Händler von Kriegs-gerät werden sehr traurig sein. Höchste Zeit sich einen
neuen Platz auszusuchen, an dem unsere Freiheit veteidigt
werden kann..

Realist

12.01.2013, 11:18 Uhr

Die Wahrheit ist, dass sich die USA diesen Einsatz einfach nicht mehr leisten können. Gut so das Ihnen die Schulden über den Kopf wachen, dann wird es ruhiger auf dieser Welt.

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