Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.12.2013

19:59 Uhr

Unterstützung aus Saudi-Arabien

Drei Milliarden Dollar für libanesische Armee

Saudi-Arabien zeigt sich spendabel. Das Land hat der libanesischen Armee drei Milliarden Dollar versprochen. Mit dem Geld will der Libanon französische Waffen kaufen.

Der libanesische Präsident Michel Suleiman im Dialog mit dem designierten Premierminister des Landes, Tammam Salam. Zwei Tage nach einem Bombenanschlag auf einen Oppositionspolitiker stellt Saudi-Arabien dem Libanon drei Milliarden Euro für dessen Armee zur Verfügung. dpa

Der libanesische Präsident Michel Suleiman im Dialog mit dem designierten Premierminister des Landes, Tammam Salam. Zwei Tage nach einem Bombenanschlag auf einen Oppositionspolitiker stellt Saudi-Arabien dem Libanon drei Milliarden Euro für dessen Armee zur Verfügung.

BeirutSaudi-Arabien unterstützt die libanesischen Streitkräfte mit einem Darlehen über drei Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro). Diese überraschende Nachricht gab der Präsident des Libanons, Michel Suleiman, am Sonntag in einer Fernsehansprache an die Nation bekannt. Das Geld werde es dem Militär ermöglichen, französische Waffen zu kaufen, den Terrorismus zu bekämpfen und die Bürger des Lanes zu schützen, so Suleiman. Nähere Details zum Abkommen nannte er nicht.

Auch Fabrice Hermel, ein Sprecher von Frankreichs Präsident François Hollande sagte, er kenne noch keine Einzelheiten. Hollande sollte die Angelegenheit nach Angaben des libanesischen Präsidenten noch am Sonntag bei seinem Besuch in Saudi-Arabien besprechen.

Der Libanon kämpft mit den Folgen des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien. Dieser Konflikt hat die libanesische Gesellschaft entlang der Glaubenslinien tief gespalten und die Regierung gelähmt. Einige Beobachter befürchten, dass der religiöse Konflikt in dem Land, in dem 1990 ein blutiger Bürgerkrieg nach 15 Jahren endete, wieder offen ausbrechen könnte.

Auch die Verwicklung der libanesischen Hisbollah-Miliz in den syrischen Bürgerkrieg als Verbündete von Syriens Präsident Baschar al-Assad zieht das Land immer stärker in Mitleidenschaft. Erst am Freitag war in Beirut ein prominenter Kritiker der Hisbollah und der Assad-Regierung bei einem Bombenanschlag getötet worden.

Präsident Suleiman sagte in seiner Fernsehansprache, der „Libanon wird bedroht von konfessionellen Konflikten und Extremismus“. Die Armee zu stärken sei deshalb eine weit verbreitete Forderung. Er hoffe, dass Frankreich seinen Part schnell erfülle, sagte Suleiman.

Nur zwei Tage vor der saudi-arabischen Ankündigung war ein Bombenanschlag auf den libanesischen Oppositionspolitiker Mohammed Schattah verübt worden. Er war am Freitag bei einem Bombenanschlag im Zentrum von Beirut getötet worden. Er war ein enger Vertrauter des Führers des anti-syrischen Lagers im Libanon, Saad Hariri. Schattah wurde am Sonntag im Zentrum von Beirut beigesetzt.

Saudi-Arabien ist mit dem syrischen Regime unter Baschar al-Assad verfeindet und unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Aufständischen. Zudem versucht das ölreiche Golf-Königreich den Einfluss des Irans in der Region einzudämmen, der wiederum die Hisbollah im Libanon unterstützt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×