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03.05.2011

09:43 Uhr

Unterstützung für bin Laden?

US-Politiker stellen Finanzhilfe für Pakistan infrage

Pakistan gilt als einer der wichtigsten Verbündeten des Westens im Kampf gegen den Terror - bis jetzt. Die USA vermuten, dass das Land Osama bin Laden jahrelang Unterschlupf gewährt hat und drohen mit Konsequenzen.

Thema auch in pakistanischen Zeitungen: Die Bin-Laden-Festnahme. Quelle: dapd

Thema auch in pakistanischen Zeitungen: Die Bin-Laden-Festnahme.

Washington/IslamabadZwischen den USA und Pakistan droht Streit wegen der Kommandoaktion gegen den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden. Es sei unvorstellbar, dass bin Laden nicht systematisch unterstützt worden sei, sagte der oberster Berater für Terrorismusbekämpfung von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, am Montag. Die USA würden daher nun untersuchen, wie es bin Laden möglich gewesen, so lange an einem Ort in Pakistan zu leben. Er wolle aber nicht darüber spekulieren, ob es offizielle pakistanische Hilfe für bin Laden gegeben haben könnte.

Brennan fügte hinzu, das Verhältnis beider Länder sei enorm wichtig für den erfolgreichen Kampf gegen die Al-Kaida. Gleichwohl gebe es zwischen den beiden unterschiedliche Meinungen, wie gegen die Militanten gekämpft werden sollte. Angesichts des Umstands, dass bin Laden in einer wohlhabenden Gegend nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad gewohnt habe, sei auch verständlich, dass US-Politiker Kritik äußerten.

Mitglieder des US-Kongresses hatten sich wütend und fassungslos gezeigt, dass bin Laden möglicherweise jahrelang ohne Wissen der Behörden so zentral leben konnte. Sie stellten die US-Finanzhilfe für Pakistan infrage, die seit den Angriffen vom 11. September 2001 etwa 20 Milliarden Dollar beträgt. „Unsere Regierung ist in finanziellen Nöten“, erklärte die einflussreiche Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, Dianne Feinstein. Viele Abgeordnete hätten ein Problem damit, ein Land zu unterstützen, das sich nicht mit ganzer Kraft einbringe.

Obama verfolgt inmitten seiner Sicherheitsberater die Kommandoaktion gegen bin Laden in Pakistan. Quelle: dpa

Obama verfolgt inmitten seiner Sicherheitsberater die Kommandoaktion gegen bin Laden in Pakistan.

Auch Afghanistans ehemaliger Handelsminister Mohammad Amin Farhang warf Pakistan vor, von dem Aufenthalt bin Ladens im eigenen Land gewusst zu haben. „Die pakistanische Regierung wusste immer, dass er da ist, aber wollte das vertuschen“, sagte der Politiker im Deutschlandfunk. Sein hochgesichertes Versteck im ruhigen Abbottabad nahe der Hauptstadt Islamabad beweise, dass Pakistan Topterroristen Unterschlupf gewähre. „Wir haben immer wieder gesagt, dass die Zentren des internationalen Terrorismus nicht in Afghanistan, sondern in Pakistan sind - und keiner hat uns geglaubt.“ Farhang bedauerte, dass der Terror-Chef nicht lebendig gefasst werden konnte. „Ich wäre glücklicher gewesen, wenn er verhaftet worden wäre“, sagte Farhang. „Wenn er lebendig wäre, dann hätte man von ihm viele andere Geheimnisse vielleicht herausholen können.“

Kommentare (5)

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USrael

03.05.2011, 08:44 Uhr

Schaut euch das an : http://www.presstv.ir/detail/177824.html

Koboldo

03.05.2011, 08:45 Uhr

Die Fakten sprechen leider eine ganz andere Sprache! Al Kaida ist kein Märchen, sondern eine reale Bedrohung, die durch die Tötung bin Ladens an Aktualität nichts verloren hat. Es bleibt festzuhalten, dass die überwiegende Zahl der Brandherde dieser Erde islamische Länder betreffen.

AnsichtenAufAussichten

03.05.2011, 08:54 Uhr

Nur sehr wenig in der Politik ist so wie es scheint - scheinen soll.
Wenn indes hochrangige Politiker "Freude" empfinden angesichts des Todes auch nur eines Menschen mag das ihre private Angelegenheit sein, die sie mit vielen Menschen sui generis teilen (könnten): dies öffentlich kundzutun steht auf einem ganz anderen Blatt.
Die Konsequenzen derartiger poitischer Intentionslagen, das wird gerne vergessen, lauten: ein beispiellos hoher Schuldenberg sowie eine Weltwirtschaftskrise bis dahin ungeahnten Ausmaßes.
Ob es dem Recht tatsächlich zur gewünschten Geltung verhilft Unrecht mit potenziertem Unrecht zu begegnen, das wird die Zukunft ggf. noch erweisen.
Die Gegenwart jedenfalls sieht beschämend genug aus.

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