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05.06.2012

20:06 Uhr

Unterstützung

Spanien könnte Geld aus Rettungsfonds erhalten

Eine Variante der Finanzierung aus dem EFSF-Rettungsfonds wird einem Medienbericht zufolge zur Unterstützung Spaniens erwogen. Ministerpräsident Rajoy drängt allgemein auf mehr Unterstützung für Euro-Länder in der Krise.

Der Eingang zur Madrider Börse. dapd

Der Eingang zur Madrider Börse.

Berlin/MadridDas immer tiefer in die Schuldenspirale taumelnde Spanien könnte einem Medienbericht zufolge eine vorsorgliche Hilfsmaßnahme aus dem Euro-Rettungsschirm erhalten. Es werde geprüft, ob für Spanien eine vorsorgliche Kreditlinie („precautionary programmes“, Info-Dokument) aus dem EFSF bereitgestellt werden soll, berichtet die Zeitung „Die Welt“ vorab aus ihrer Mittwochsausgabe unter Berufung auf mehrere nicht näher genannte Quellen.

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Gemeinsam begebene Anleihen würden den Druck auf die Krisenländer mildern, so Ackermann.

Dies sei eine Option, über die diskutiert werde. Eine vorsorgliche Hilfsmaßnahme könnte Spanien noch vor der Wahl in Griechenland und der Vorlage eines Berichts zum Zustand der spanischen Banken beantragen, hieß es. Dann stünde das Geld bereit für den Fall, dass es zu Turbulenzen kommt.

Forderungen deutscher Banken und Versicherungen an Spanien

Deutsche Bank

Das größte deutsche Finanzhaus war Ende März laut Geschäftsbericht mit netto insgesamt 13,7 Milliarden Euro in Spanien engagiert. Rund die Hälfte der Summe (6,6 Mrd.) steht als Unternehmenskredite in den Büchern. Staatsanleihen und Kredite an die öffentliche Hand beliefen sich auf rund 1,4 Milliarden Euro. Weitere 3,6 Milliarden Euro verlieh die Bank an spanische Finanzinstitute. Hinzu kamen 1,9 Milliarden für den Bereich Retail.

Commerzbank

Die Bank bezifferte ihr Engagement Ende März auf mehr als 14 Milliarden Euro. Mit 2,9 Milliarden Euro standen Staatsanleihen in den Büchern. Gewerbliche Immobilienkredite beliefen sich auf 4,0 Milliarden Euro, Kredite an Unternehmen und sonstige auf 3,0 Milliarden. Auf 4,4 Milliarden Euro beliefen sich die Forderungen gegenüber Finanzinstituten.

DZ Bank

Das genossenschaftliche Institut hatte Ende 2011 Forderungen von 7,6 Milliarden Euro gegenüber der öffentlichen Hand sowie Unternehmen und Banken in Spanien. Rund 3 Milliarden entfielen auf Staatsanleihen. Der größte Teil mit rund 4 Milliarden Euro waren Wertpapiergeschäfte im nichtöffentlichen Bereich. Hinzu kamen Kredite an Unternehmen und die öffentliche Hand.

DekaBank

Das Institut war zum 31. Dezember 2011 mit insgesamt 1,35 Milliarden Euro in Spanien engagiert. Auf rund 0,5 Milliarden Euro beliefen sich Forderungen gegenüber Banken und auf etwa 0,1 Milliarden Euro gegenüber den Staat. Der Rest entfiel im Wesentlichen auf Unternehmenskredite.

HRE

Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) hält keine spanischen Staatspapiere, aber Papiere etwa von Kommunen oder staatsnahen Unternehmen im Wert von rund 4,5 Milliarden Euro. Dazu kommen 600 Millionen Euro für die Finanzierung gewerblicher Immobilien.

FMS Wertmanagement

Bei der Bad Bank der HRE sieht es anders aus: Die staatliche FMS Wertmanagement verfügt noch über spanische Papiere im Wert von 10,5 Milliarden Euro. In die Bad Bank wurden im Herbst 2010 Altlasten der HRE in Höhe von 173 Milliarden ausgelagert.

Allianz

Die Allianz hatte zum Ende des ersten Quartals spanische Staatsanleihen im Wert von rund 4,3 Milliarden Euro in den Büchern stehen.

MunichRe

Der weltgrößte Rückversicherer ist laut Quartalsbericht in dem Land mit rund 1,4 Milliarden Euro in Staatspapieren engagiert. Weitere 4,6 Milliarden Euro stecken in Pfandbriefen. Bei spanischen Banken ist der weltgrößte Rückversicherer nur mit 14 Millionen Euro engagiert. Zur Höhe der Beteiligung etwa an spanischen Unternehmensanleihen, macht die MunichRe keine Angaben.

Bayrische Landesbank

Die Bayerische Landesbank hat keine spanischen Staatsanleihen in den Büchern. Allerdings summieren sich dem Geschäftsbericht 2011 zufolge die nach Spanien insgesamt vergebenen Kredite auf knapp 5,8 Milliarden Euro.

Norddeutsche Landesbank

Die Norddeutsche Landesbank war zum Ende des ersten Quartals (31. März) noch mit 499 Millionen Euro in Spanien engagiert. Details sollen voraussichtlich bei der Vorstellung der Geschäftszahlen am Donnerstag bekanntgegeben werden.

Westdeutsche Landesbank

Die Engagements der WestLB in Spanien (Staatsanleihen) liegen bei 727 Millionen Euro, bei der Ersten Abwicklungsanstalt EAA in Düsseldorf sind es für den gesamten öffentlichen Bereich (public finance, also Staat, Gebietskörperschaften, Kommunen) 1,18 Milliarden Euro.

HSH Nordbank

Die HSH Nordbank ist per Stichtag 31. März mit insgesamt 176 Millionen Euro in spanischen Staatspapieren engagiert. Das umfasst laut Bank klassische Staatsanleihen ebenso wie staatlich abgesicherte Kredite an staatsnahe Betriebe.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat bereits Europa um mehr Unterstützung für die Euro-Krisenländer gebeten, ohne jedoch diese Variante der möglichen Hilfe anzusprechen. Die EU müsse klar sagen, wie sie enger zusammenrücken wolle, und dass der Euro „nicht in Gefahr“ sei, sagte Rajoy im Senat in Madrid. „Und sie muss Ländern in Schwierigkeiten helfen“, fügte er hinzu. Neben einer Fiskalunion mit einer gemeinsamen Aufsichtsbehörde zur Haushaltskontrolle brauche die EU auch eine Bankenunion mit gemeinsamen Staatsanleihen, sogenannten Eurobonds, einer gemeinsamen Aufsicht und einer gemeinsamen Einlagensicherung, forderte Rajoy.

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Die spanische Regierung stützt den unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidenden Bankensektor des Landes derzeit mit Milliardenbeträgen, um dessen Zusammenbruch zu verhindern. Bisher will Madrid keine Hilfen aus dem Euro-Krisenfonds EFSF in Anspruch nehmen, sondern die Krise allein in den Griff bekommen. Wegen leerer Kassen, einer lahmenden Konjunktur und einer hohen Arbeitslosenrate gilt Spanien allerdings als Kandidat für europäische Hilfen.

Spaniens größtes Problem sei, sich an den Finanzmärkten mit frischem Geld zu versorgen, sagte Rajoy. Madrid muss zurzeit Rekordzinsen zahlen, um sich Geld zu leihen. Auch die Risikoprämien für spanische Staatsanleihen stiegen zuletzt stark an. Spanien sei "in einer äußerst schwierigen Lage", sagte Rajoy. Um sie in den Griff zu bekommen, seien aber auch Reformen auf europäischer Ebene nötig.

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Kommentare (25)

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kat7

05.06.2012, 20:14 Uhr

SO sieht das aus, Italien ist eh brenzlig, Frankreich nicht weit davon entfernt, bald bleiben nicht mehr viele Geberländer für ESFS/ESM übrig oder?
Ich wander bald aus in ein non-Euro Land, Dänemark hat leckere Lakritze...

Malocher68

05.06.2012, 20:41 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

hindukuschistweitweg

05.06.2012, 21:07 Uhr

Spanien, Griechenland& Co. können doch gemeinsame Mittelmeerbonds auflegen, wenn sie so wild auf Bonds sind.

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