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10.07.2014

03:19 Uhr

„Unterstützung von Terrorismus“

Nordkorea will Filmsatire mit Uno-Hilfe stoppen

Eine Hollywood-Komödie, die sich um den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un dreht, kommt in dem Land gar nicht gut an. Doch statt mit dem Säbel zu rasseln, wendet sich Nordkorea hilfesuchend an die Uno.

Schauspieler James Franco (l.) in einem Archivfoto vom Filmdreh mit einem Schauspieler, der Kim Jong Un spielt. Nordkorea bezeichnet den Film als "Kriegshandlung". ap

Schauspieler James Franco (l.) in einem Archivfoto vom Filmdreh mit einem Schauspieler, der Kim Jong Un spielt. Nordkorea bezeichnet den Film als "Kriegshandlung".

New YorkNordkorea hat offiziell Beschwerde bei der Uno über eine Hollywood-Komödie eingelegt, in der es um ein geplantes Attentat auf Machthaber Kim Jong Un geht.

Einen Film über die Ermordung eines amtierenden Staatschefs zu produzieren und zu veröffentlichen sei nicht nur eine "Kriegshandlung" sondern auch eine "unverhohlene Unterstützung von Terrorismus", erboste sich Nordkoreas Botschafter bei der Uno, Ja Song Nam, am Mittwoch. Er wandte sich in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Darin forderte der Botschafter die Verbreitung des Schreibens als offiziellem UN-Dokument. Die US-Behörden werden darin aufgefordert, alles zu tun, damit der Film "umgehend" gestoppt werde.

Militär in Nord- und Südkorea

Zwei militärische Regionalmächte

An Koreas Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stehen sich zwei von Großmächten unterstützte militärische Regionalmächte gegenüber. Während im westlich orientierten Südkorea Angaben über das Militär meist öffentlich zugänglich sind, beruhen Daten zur Armee des abgeschotteten Nordens meist auf Schätzungen.

Truppenstärke

Rund 1,19 Millionen Streitkräfte stehen Nordkorea zur Verfügung. Davon entfallen 1,02 Millionen auf das Heer, 60.000 auf die Marine und 110.000 auf die Luftwaffe. Außerdem stehen 600.000 Reservisten bereit. Südkorea besitzt eine Truppenstärke von rund 655.000 Menschen, wobei 522.000 auf das Heer, 68.000 auf die Marine und 65.000 auf die Luftwaffe entfallen. Zusätzlich gibt es in Südkorea 4,5 Millionen Reservisten.

Kampfpanzer

Nordkorea verfügt über 3.500 Kampfpanzer. In Südkorea sind es 2.750 an der Zahl.

Artilleriegeschütze

10.774 Artilleriegeschütze befinden sich im Besitz von Südkorea. Mehr als das doppelte, insgesamt etwa 21.000 Stück sind es in Nordkorea.

Boden-Boden-Raketen

Zu den Boden-Boden-Raketen zählen solche, die vom Boden aus gegen Bodenziele eingesetzt werden. Darunter fallen unter anderem Raketengranaten oder Panzerfäuste. 64 solcher Waffen hat Nordkorea zur Verfügung, 30 sind es in Südkorea.

Kampfflugzeuge

Etwa 620 Kampfflugzeuge sind in Nordkorea für den Einsatz bereit, davon entfallen 458 auf Jagdflugzeuge, 80 sind reine Bomber. Südkorea verfügt über 490 einsatzbereite Kampfflugzeuge, worunter sich 467 Jagdflugzeuge befinden.

Kriegsschiffe

Über lediglich drei Kriegsschiffe verfügt Nordkorea - allesamt Fregatten. 47 Schiffe stehen Südkorea zur Verfügung, darunter ein Kreuzer, 6 Zerstörer, 12 Fregatten und 30 Korvetten.

Taktische U-Boote

Solche U-Boote sind für gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet. 70 dieser Boote hat Nordkorea auf Lager, 23 sind es in Südkorea.

Kleinere Küstenwachtboote

Nordkorea verfügt zusätzlich über 383 Küstenwachtboote. Südkorea kommt auf eine Zahl von 111.

"The Interview" soll im Oktober in die US-Kinos kommen. In dem Streifen verkörpern die Schauspieler Seth Rogen und James Franco zwei TV-Journalisten, die vom Geheimdienst CIA den Auftrag erhalten, den Anführer des kommunistischen Landes während eines Interviews in Pjöngjang zu töten.

Bereits im vergangenen Monat hatte sich Nordkorea über den Film beschwert. Kim wird darin als übergewichtiger, an Zigarren kauender und streng bewachter Diktator dargestellt. Im Filmtrailer wird Nordkorea als "weltweit gefährlichstes Land" bezeichnet.

Zu Hollywood-Ehren kam bereits ein früherer Machthaber Nordkoreas: In "Team America" (2004, Originaltitel "Team America: World Police") tritt eine Kim Jong Il-Marionette als einsamer Bösewicht auf. In der Originalfassung singt der "Liebe Führer" darin in gebrochenem Englisch-Kauderwelsch über seinen Schmerz.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Eric Boule

10.07.2014, 19:34 Uhr

Solche Filme,Komoedien,Buecher hat es auch massenweise und jahrzehntenlang ueber Deutschland gegeben nach dem zweiten Weltkrieg.Sie sind Bestandteil eines amerikanischen Systems das auf allen Ebenen vesucht ein Land,Person,Staatssystem zu demolieren.Man sieht es jetzt zum Beispiel mit Russland,China,NordKorea.Und das es nicht nur mit Filmen betrieben wird zeigt die Ukraine wo man die Russen in einen Hinterhalt versucht zu locken.Nur schade dass die stuemperhaften EU-Politiker daran mitarbeiten

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