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02.03.2012

21:44 Uhr

Untersuchung beendet

Gaddafis Tod bleibt ein Mysterium

Die Untersuchungen der Todesumstände von Muammar al-Gaddafi ohne ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Hinweise auf ein Kriegsverbrechen ließen sich keine finden - Gaddafis Leiche durfte allerdings nicht untersucht werden.

Muammar al-Gaddafis Tod sorgt auch weiterhin für Spekulationen. Reuters, Sascha Rheker

Muammar al-Gaddafis Tod sorgt auch weiterhin für Spekulationen.

TripolisDie Todesumstände des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi bleiben vorerst weiter im Dunkeln. Die UN-Kommission, die zur Untersuchung der Todesumstände eingesetzt wurde, konnte nach eigenen Angaben nicht feststellen, ob im Zusammenhang mit dem Tod Gaddafis und seines Sohnes Muatassim Kriegsverbrechen begangen wurden, wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag erfuhr.

„Die Kommission ist nicht in der Lage zu bestätigen, dass die Tötung von Muammar al-Gaddafi eine illegale Tötung war und verlangt zusätzliche Ermittlungen“, heißt es in einem noch unveröffentlichten Bericht der Kommission, in den AFP Einblick erhielt.

„Zwar waren sie verletzt, aber bei ihrer Gefangennahme lebten die beiden (Männer) noch und starben daher während ihrer Gefangenschaft durch die Thowars (revolutionären Kämpfer)“, heißt es in dem Bericht.

Die libyschen Behörden hätten der UN-Kommission den Einblick in den Autopsiebericht über Gaddafi verweigert. Der Arzt der Kommission habe anhand von Fotos des Leichnams die Todesursache bestimmen müssen. Die mehrtägige Zurschaustellung der Leichen von Muammar und Muatassim al-Gaddafi bezeichnet die UN-Kommission als „Verletzung des gewohnheitsmäßigen Völkerrechts“.

Gaddafi war am 23. Oktober unter ungeklärten Umständen von libyschen Rebellen in seiner Heimatstadt Sirte festgenommen und getötet worden. Nachdem ein NATO-Luftangriff seinen Militärkonvoi zum Halten gebracht hatte, hatte sich Gaddafi in einem Abflussrohr unter einer Straße versteckt. Als er von Aufständischen herausgezerrt wurde, war er verletzt, aber noch am Leben, wie Filmaufnahmen zeigen. Kurz darauf wurde er jedoch tödlich verletzt.

Anschließend gab es eine kontroverse Diskussion über die Todesumstände. Während die neue libysche Führung behauptete, er sei in einem Kugelhagel gestorben, meinten andere, der frühere Machthaber sei hingerichtet worden. Der Internationale Strafgerichtshof geht dem Verdacht auf ein Kriegsverbrechen nach.

Von

afp

Kommentare (4)

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kurzda

03.03.2012, 05:19 Uhr

Fängt man schon, Geschichte umzuschreiben ?

Didi

03.03.2012, 07:28 Uhr

Die Ermordung Gadaffis ist doch dokumentiert. Wer Augen hat zu sehen, kann die Erschiessung in Anwesentheit von Natosoldaten sehen.
Unfassbar, was aus unerer Presse geworden ist.

bananistan

03.03.2012, 08:44 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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