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17.09.2014

14:39 Uhr

Untersuchungsergebnisse

EZB könnte Bankencheck im Oktober publizieren

Mit Spannung erwartet und bislang unter Verschluss: Einem Insiderbericht zufolge könnte die EZB ihren Bankencheck bereits am 26. Oktober offenlegen. 130 europäische Banken warten nun auf die Ergebnisse.

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB): Seine Institution könnte bald noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. dpa

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB): Seine Institution könnte bald noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten.

FrankfurtDie mit Spannung erwarteten Ergebnisse des europaweiten Fitnesschecks der Bankenbranche sollen am letzten Sonntag im Oktober veröffentlicht werden. Bei der Europäischer Zentralbank (EZB) und der EU-Bankenaufsicht EBA ist intern eine Vorentscheidung gefallen, die Resultate am 26. Oktober publik zu machen, wie mehrere mit den Beratungen hinter den Kulissen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Die Banken sollen 48 Stunden vorher über ihre jeweiligen Ergebnisse informiert werden, also am Freitag, dem 24. Oktober. Mit der Veröffentlichung am Sonntag soll verhindert werden, dass vorher durchgesickerte Informationen zu Verunsicherung an den Finanzmärkten führen.

Sprecher von EZB und EBA erklärten, es sei formal noch keine Entscheidung gefallen. „Wir können weiterhin lediglich sagen, dass es in der zweiten Oktoberhälfte passieren soll“, sagte ein Sprecher der EZB. Die Notenbank übernimmt am 4. November die Oberaufsicht über die Finanzinstitute in der Währungsunion. Damit sie keine unentdeckten Altlasten übernimmt, prüft sie gemeinsam mit den nationalen Aufsehern und der EU-Bankenaufsicht EBA seit Monaten die 130 bedeutendsten Banken auf Herz und Nieren, aus Deutschland unter anderem die Deutsche Bank, Commerzbank und die Landesbanken.

Mario Draghis Krisenkurs in Zitaten

Amtsantritt am 3.November 2011 in Frankfurt

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung.“

26. Juli 2012 in London

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

EZB-Sitzung am 4. Juli 2013

„Der EZB-Rat erwartet, dass die Zinssätze der EZB für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter bleiben werden.“

Nach der Leitzinssenkung am 7. November 2013

„Wenn wir Deflation verstehen als einen weit verbreiteten Verfall von Preisen in vielen Warengruppen und in mehreren Ländern – das sehen wir nicht.“

Gespräch mit Altkanzler Schmidt am 7. November 2013

„Ich bin sehr bewegt von Helmut Schmidts Worten und sollte dafür wirklich dankbar sein. Komplimente sind Mangelware in diesen Tagen.“

EZB-Sitzung am 3. April 2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

EZB-Sitzung am 8. Mai 2014

„Der EZB-Rat fühlt sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln.“

EZB-Konferenz am 26. Mai 2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

Der großangelegte Test besteht aus zwei Teilen, einer intensiven Bilanzprüfung und Untersuchung eventuell riskanter Portfolios in den Bankbilanzen und einem Stresstest. Bei diesem müssen die überprüften Banken nachweisen, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen, etwa einem Konjunktureinbruch, noch ausreichend Kapital haben, um die Krise zu überstehen.

Der Test soll in der Finanz- und Schuldenkrise verlorengegangenes Vertrauen in die Solidität des europäischen Bankensystems wiederherstellen helfen. Ein erster Schritt auf diesem Weg war die Zusammenfassung der Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB. Ein weiterer ist der Aufbau eines europaweiten Auffangnetzes für marode Banken.

Diejenigen Geldhäuser, die bei dem Gesundheitscheck durchfallen, müssen innerhalb von zwei Wochen einen Plan zur Lösung ihrer Kapitalprobleme präsentieren. Die EZB will damit verhindern, dass an den Finanzmärkten nach der Veröffentlichung der Ergebnisse Unruhe entsteht und eine neue Bankenkrise ausbricht. Um die Löcher tatsächlich zu schließen, haben die Institute dann sechs bis neun Monate Zeit. Erste Hinweise auf Auffälligkeiten, aber keine endgültigen Ergebnisse, sollen die Banken schon vor Bekanntgabe der Ergebnisse bekommen. So wollen die Prüfer erreichen, dass die Banken um die Veröffentlichung von Pflichtmitteilungen, so genannter Ad-hoc-Meldungen, vor der offiziellen Bekanntgabe der Testergebnisse herumkommen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Heinz Schroeder

17.09.2014, 13:20 Uhr

Mit Spannung erwartete Ergebnisse?
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Die dürften jetzt schon bekannt sein. Der Bankensektor
befindet sich, einschl. der EZB, seit 2007 im Insolvenz-
stadium mit einem 750 Billionen US$ CDS Vermögen, von wertlosen Papiermüll, bei dem jemand auf die geniale
Idee kam, diesen Schrott in 'badbanks' und Zweckge-
sellschaften auszulagern, um den damaligen Zusammen-
bruch noch etwas hinauszuzögern.
So kann davon ausgegangen werden, daß auf der linken
Seite der Bankenbilanzen nichts mehr stimmt und auf
der rechten Seite nichts mehr übrig ist, woran auch
die heißlaufende Notenpresse für die Staatenfinan-
zierung durch die EZB nichts mehr ändern wird!
Als Spannung kann nur noch die Ankündigung der Be-
endigung des Eurosionssystems gewertet werden!

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