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24.02.2013

17:12 Uhr

Untreueverfahren

Schwiegersohn von Spaniens König vor Gericht

Der Schwiegersohn des spanischen Königs muss sich vor Gericht wegen Untreue und Steuerbetrugs verantworten. Mit einem Geschäftspartner soll Iñaki Urdangarín über eine gemeinnützige Stiftung Millionen veruntreut haben.

Iñaki Urdangarín wird Untreue und Steuerbetrug vorgeworfen. dpa

Iñaki Urdangarín wird Untreue und Steuerbetrug vorgeworfen.

Palma de MallorcaDer Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos, Iñaki Urdangarín, ist am Samstag in einem Untreueverfahren vor einem Gericht in Palma de Mallorca erschienen. Der 45-jährige Urdangarín und sein früherer Geschäftspartner Diego Torres stehen im Verdacht, über eine gemeinnützige Stiftung, das Noos-Institut, Finanzmittel der Regionalregierungen auf den Balearen und in Valencia in Millionenhöhe veruntreut zu haben.

Urdangarín und Torres wird auch Steuerbetrug vorgeworfen. Presseberichten zufolge könnte König Juan Carlos in die Machenschaften verstrickt sein. Der König hatte sich zuletzt zusehends von seinem Schwiegersohn distanziert. Dieser wird nicht mehr auf den offiziellen Fotos der Königsfamilie abgebildet.

Bei seiner vierstündigen Vernehmung vor Gericht, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, bemühte sich Urdangarín offenkundig darum, das Königshaus zu entlasten. „Die königliche Familie hat zu den Aktivitäten von Noos keine Meinung, keine Ratschläge und keine Genehmigung erteilt", hieß es in einer schriftlichen Erklärung Urdangaríns, die von den spanischen Medien veröffentlicht wurde.

Die Vorwürfe gegen Urdangarín, den Mann der jüngsten Königstochter Cristina, reichen in die Jahre 2004 bis 2006 zurück. Die Veruntreuung soll mit Hilfe des wohltätigen Instituts Noos erfolgt sein, das damals von Urdangarín geleitet wurde. Torres wurde bereits vor einer Woche zu den Vorwürfen verhört. Aus seinen Aussagen war zu entnehmen, dass sogar König Juan Carlos selbst über die Vorgänge auf dem Laufenden war.

Zuletzt wurde das spanische Königshaus von mehreren Skandalen erschüttert. Als bekannt wurde, dass Juan Carlos in Botsuana an einer Elefantenjagd teilgenommen hatte, wurde dies als teure Extravaganz in Zeiten der Krise verurteilt. Im Oktober wiesen spanische Gerichte Anträge auf Vaterschaftstests bei Juan Carlos zurück, die ein Katalane und eine Belgierin stellten, weil sie sich für uneheliche Kinder des Monarchen halten.

Der 75-jährige Juan Carlos soll sich am 3. März nach einem Bandscheibenvorfall eine neuerlichen Operation unterziehen, der siebten in weniger als drei Jahren. Nachdem in dieser Woche von mehreren Lokalpolitikern Rücktrittsforderungen laut wurden, sah sich das Königshaus veranlasst zu erklären, der Monarch habe „keinerlei Absichten, abzudanken". Regierungssprecherin Soraya Sáenz de Santamaría erinnerte an die große Bedeutung der Monarchie - und „insbesondere des Königs" - für die politische Stabilität des Landes.

Von

afp

Kommentare (2)

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Sarina

24.02.2013, 17:48 Uhr

Regierungssprecherin Soraya Sáenz de Santamaría erinnerte an die große Bedeutung der Monarchie - und „insbesondere des Königs" - für die politische Stabilität des Landes.
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Das ist ja glatter HOHN! Wiederlich, wie sich dieses reaktionäre Geschmeiß als für die politische Stabilität Spaniens wichtig hervortut - und das bei all diesen Skandalen.

klarissimo

24.02.2013, 19:56 Uhr

"Widerlich" (bitte!..nicht "Wi-e-derlich, das ist es wirklich!) wie viele Analphabetisten hier - wahrscheinlich mit Smartphoneheadphones in den Ohren - herumtippseln. DANKE

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