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13.07.2014

22:11 Uhr

„Unwiderrufliche“ Konsequenzen

Grenzzwischenfall verschärft Ukraine-Krise

Die Spannungen zwischen und Russland und der Ukraine scheinen weiter zu eskalieren. Granateneinschläge haben offenbar einen russischen Staatsbürger getötet. Es drohen „unwiderrufliche“ Konsequenzen.

Ukraine-Krise

Granaten aus der Ukraine schlagen in Russland ein

Ukraine-Krise: Granaten aus der Ukraine schlagen in Russland ein

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Kiew/MoskauDie Spannungen zwischen der Ukraine und Russland drohen nach einem tödlichen Grenzzwischenfall zu eskalieren. Nach dem Einschlag von Granaten auf russischer Seite des Grenzgebiets warnte das Außenministerium in Moskau die Ukraine vor „unwiderruflichen“ Konsequenzen. Bei dem Beschuss am Sonntagmorgen starb den Angaben zufolge ein russischer Staatsbürger, als zwei aus der Ukraine abgefeuerte Granaten in Häuser der russischen Region Rosotow einschlugen. Das russische Außenministerium werte den Vorfall als Aggression der Ukraine gegen russisches Hoheitsgebiet und die Bevölkerung der Russischen Föderation, hieß es in Moskau. Eine entsprechende Protestnote sei der Ukraine übergeben worden.

Die Ukraine wies die Darstellung zurück und suggerierte gleichzeitig der Beschuss könne auf die Separatisten zurückgehen, um eine Intervention Russlands zu provozieren. Die Rebellen wiesen dies zurück.

Mit einer Serie von Luftangriffen im Osten des Landes hatte die Ukraine die Lage am Samstag abermals verschärft. Nach Militärangaben wurden dabei etwa 1000 Separatisten getötet. Kampfjets hätten das "Epizentrum" der Rebellen nahe der Grenze zu Russland getroffen, sagte ein Militärsprecher am Samstag. Insgesamt seien 16 Kampfeinsätze geflogen worden, um Stellungen der Rebellen zu bombardieren. Die Serie von Luftangriffen habe Freitagabend begonnen und bis weit in den Samstag gedauert. Die Separatisten dementierten die Darstellung. Sie hätten keine großen Verluste erlitten. Die Tötung von 1000 Rebellen wäre mit Abstand die höchste Totenzahl im bisherigen Verlauf des Ukraine-Konflikts. Auch von Seiten der internationalen Gemeinschaft wurde auf die extrem hohe Opferzahl offenbar nicht ernstgenommen, denn es blieb jegliche Reaktion aus.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Die Vorkommnisse des Wochenendes stellen gleichwohl eine dramatische Verschärfung der Krise dar. Die USA riefen den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko auf, Gespräche über eine Waffenruhe zu führen. Vize-Präsident Joe Biden habe am Samstag mit Poroschenko telefoniert und ihm Unterstützung bei seinen Bemühungen zugesagt, teilte das US-Präsidialamt mit. Biden habe auch bekräftigt, dass die USA ihren Druck auf die russische Regierung erhöhen würden, sollte sie nicht ihre Unterstützung für die prorussischen Rebellen einstellen. Die USA haben Russland wiederholt mit weiteren Sanktionen gedroht, sollte die Regierung in Moskau nicht mäßigend auf die Separatisten im Nachbarland einwirken. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Poroschenko erst vor kurzem in einem Telefonat persönlich aufgerufen, die Verhältnismäßigkeit zu wahren und die Zivilbevölkerung zu schützen.

Kommentare (1)

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Martin Bochnig

14.07.2014, 15:30 Uhr

SCHAUT AUF DIE ZIVILEN OPFER DIESES WEST-gestuetzten KIEV:

Stellen Sie sich eine Sekunde lang vor was los waere, wenn es siche vice versa verhielte!
Brennen Sie sich diese Bilder in Ihr Gehirn ein.

Wenn Sie danach noch koennen, googlen Sie mal nach "Odessa massacre truth" oder Odessa massacre pregnant woman strangled".
Von Mariupol, Lugansk geschweige denn Slawiansk ganz zu schweigen.
Es ist schon richtig, dass wir massenhaft mit Propaganda bombardiert werden. Allerdings kommt diese nur zu 10% von Russland, dafuer aber zu 90% von "unseren" "ueberparteilichen" "unabhaengigen" "freien" "friedliebenden" "Informations"organen, welche mit denen aus Kiew und Washington nicht direkt rein zufaellig aus exakt der gleichgeschaltet identischen "Linie" liegen!

(...)

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