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23.10.2016

18:12 Uhr

Urbanisierung in Peking

China will Hauptstadt mit neuer Mega-City retten

Peking platzt aus allen Nähten. Die schlechte Infrastruktur der Umgebung treibt die Menschen in die Hauptstadt. Eine neue Region, doppelt so groß wie Bayern, soll das Problem lösen. Doch das Mega-Projekt birgt Gefahren.

Die chinesische Hauptstadt hat mit verstopften Straßen und hoher Luftverschmutzung zu kämpfen. Eine neue Metropolregion soll helfen. dpa

Peking

Die chinesische Hauptstadt hat mit verstopften Straßen und hoher Luftverschmutzung zu kämpfen. Eine neue Metropolregion soll helfen.

PekingWenn es um Peking geht, fiel Ma Fajiang bisher nicht viel Gutes ein. Der 56-Jährige lebt in Xianghe, einem kleinen Ort westlich der chinesischen Hauptstadt in der Provinz Hebei. Ganz davon abgesehen, dass Pekinger mehr Geld verdienen und einen besseren Zugang zu guten Schulen und Krankenhäusern haben, hat sie der Immobilienboom reich gemacht, ohne dass sie dafür auch nur einen Finger rühren mussten. Zumindest bisher war das im wesentlichen Mas Meinung über die „arroganten“ Hauptstädter.

In Hebei dagegen „sind die Gehälter niedrig, die Schulen schlecht und der Preis für meine Wohnung hat sich ewig nicht nach oben bewegt“, sagt Ma. Zumindest war das bis vor kurzem so. Seit Chinas Regierung vor zwei Jahren einen spektakulären Umbauplan für die Region um Peking beschlossen hat, schöpft Ma wieder Hoffnung. Der Preis seines Hauses hat sich verdoppelt, weil offenbar viele Investoren an das neue Zauberwort der Regierung glauben: Jingjinji.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Dreimal „J“, dreimal „I“ und das in einem Wort. Der Name der bald mit Abstand größten Metropolregion der Welt ist für Menschen im Westen ein ziemlicher Zungenbrecher. Und auch sonst ist nur schwer zu greifen, was sich in und um Peking alles ändern soll. China kennt sich zwar aus mit dem Bau von kolossalen Städten: Das Land verfügt derzeit über sechs Megastädte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern sowie zehn Städte mit einer Bevölkerung zwischen fünf und zehn Millionen Menschen.

Die „Megatropolis“ Jingjinji soll diese Dimensionen bis zur Fertigstellung im Jahr 2030 deutlich toppen: Die Fläche der neuen Metropolregion, die neben Peking und der Provinz Hebei auch die Küstenstadt Tianjin umschließt, ist doppelt so groß wie Bayern, die Einwohnerzahl soll mit mehr als 130 Millionen Menschen die von Japan übertreffen.

Mit den Problemen solcher Megacities befasst sich noch bis zu diesem Donnerstag der dritten Weltsiedlungsgipfel, zu dem rund 40.000 Menschen nach Quito, der Hauptstadt von Ecuador, gekommen sind. Weltweit werden bis 2030 statt heute knapp 55 Prozent bis zu 70 Prozent der globalen Bevölkerung in Städten leben. Allein in China soll die Stadtbevölkerung von heute rund 700 Millionen bis dahin noch einmal um mindestens 200 Millionen steigen.

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