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20.05.2011

11:23 Uhr

Urlaub & Rente

Spanier und Griechen wehren sich gegen Merkels Kritik

EU-Abgeordnete kritisieren Angela Merkel für ihre Schelte des angeblich mangelnden Arbeitswillens in Südeuropa. Spanier und Griechen bezeichneten Merkels Äußerungen zu Urlaub und Rente in ihren Ländern als "skandalös".

Griechischer Protest gegen die Sparmaßnahmen. Quelle: dpa

Griechischer Protest gegen die Sparmaßnahmen.

Berlin/EssenDie Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über angeblich zu frühe Renten und zu lange Urlaube der Südeuropäer ist bei Europaabgeordneten aus den betreffenden Ländern auf scharfe Kritik gestoßen. "Frau Merkels Bemerkungen sind eine Provokation, beleidigend, unbegründet und demagogisch gegenüber Ländern, die mit einer sehr schweren Wirtschaftskrise zu kämpfen haben", sagte die sozialistische portugiesische Europa-Abgeordnete Elisa Ferreira den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Freitagausgaben).

Als "skandalös und realitätsfern" bezeichnete der sozialistische spanische Europa-Abgeordnete Alejandro Cercas die Äußerungen: "Anstatt uns zu helfen, wirft sie uns Knüppel zwischen die Beine." Der griechische Grünen-Abgeordnete Michalis Tremopoulos sieht die europäische Zusammenarbeit bedroht. "Was wir brauchen, ist ein Europa, das Solidarität und Verantwortung ins Gleichgewicht bringt", sagte er. Er stelle aber fest, dass Merkel dieser Vision den Rücken gekehrt habe.

Merkel hatte bei einer CDU-Veranstaltung gesagt, dass man "in Ländern wie Griechenland, Portugal, Spanien und anderen nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland". Das gleiche gelte beim Urlaub: "Wir können nicht eine Währung haben und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig." Berlin werde nur dann helfen, wenn "die andern sich auch wirklich anstrengen".

Von

dapd

Kommentare (9)

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Thomas-Melber-Stuttgart

20.05.2011, 11:56 Uhr

Merke: die Hand, die einen füttert, schlägt man nicht.

MonDieu

20.05.2011, 12:32 Uhr

Wann hört dieses Euroaffentheater endlich auf? Wann kracht diese Laienspielgruppe EU endlich zusammen?
So wird aus Europa nichts, wenn jeder Wettbewerb behindert wird durch gleichmacherische Bestrebungen der Politkommissare. Das wird nur verwaltete Armut werden. Es wird Zeit, sich Länder für's Exil anzuschauen! Jedenfalls dann, wenn einem persönliche Freiheit und Individualismus und Liberalität etwas wert sind. Sonst kann man sich hier in der auf der innenpolitischen Bühnen aufstrebenden EUSSR mit grünem Sozialismus warm einrichten. Bis es knallt...

Petra

20.05.2011, 12:48 Uhr

Klar, Griechen und Spanier arbeiten länger, mehr und effizienter als wir Deutschen. Wer hat daran je gezweifelt?

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