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08.03.2011

13:23 Uhr

Urteil zu Chefposten

Nobelpreisträger Yunus muss gehen

Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus kann nicht Direktor der von ihm gegründeten Mikrokredit-Bank bleiben. Ein Gericht in Bangladesch hat entsprechende Anträge am Dienstag zurückgewiesen.

Yunus im Gerichtssaal: Der Nobelpreisträger kann nicht Direktor der Mikrokredit-Bank bleiben. Quelle: Reuters

Yunus im Gerichtssaal: Der Nobelpreisträger kann nicht Direktor der Mikrokredit-Bank bleiben.

Dhaka

Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus ist in Bangladesch vor Gericht damit gescheitert, Direktor der von ihm selbst gegründeten Mikrokredit-Bank bleiben zu dürfen. Die Richter in der Hauptstadt Dhaka wiesen entsprechende Anträge am Dienstag zurück und hielten damit eine Entscheidung der Zentralbank aufrecht.

Yunus-Anwältin Sara Hossain kritiserte, das Gericht habe einer illegalen Entscheidung der Zentralbank Legitimität verliehen. "Es ist ein schlechter Tag für uns, für Bangladesch." Unklar blieb, ob Yunus noch vor das Verfassungsgericht zieht.

Seiner Entlassung als Direktor der Grameen-Bank war ein langer Streit mit Bangladeschs Premierministerin Skeikh Hasina vorangegangen. Die Zentralbank in Dhaka hatte am Mittwoch vergangener Woche mitgeteilt, sie habe Yunus' Ernennung zum Direktor der Grameen-Bank auf unbestimmte Zeit im Jahr 2000 nie zugestimmt. Zuvor hatten die Behörden bemängelt, dass die Pensionsgrenze für den Posten des 70-Jährigen bei 60 Jahren liege.

Yunus und die Grameen-Bank waren 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Yunus hatte sich 2007 den Unmut von Skeikh Hasina zugezogen, als er vorübergehend eine eigene politische Partei gründete. Die Regierungschefin wirft ihm vor, sich mit "Tricks" um Steuerzahlungen zu drücken und mit Mikrokrediten "das Blut der Armen auszusaugen".

Von

dpa

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