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30.10.2013

14:54 Uhr

US-Arbeitsmarktdaten

Nur wenig Jobs in den USA geschaffen

Die US-Wirtschaft schafft unerwartet wenig neue Jobs. Im Oktober gab es so wenig zusätzliche Arbeitsplätze wie seit April nicht mehr. Die Nachricht bedeutet für Anleger: Die Konjunkturspritzen dürften verlängert werden.

Bauarbeiter an einer Baustelle in Virginia. AFP

Bauarbeiter an einer Baustelle in Virginia.

New YorkEine Wende am US-Arbeitsmarkt ist nicht in Sicht. Die Firmen haben im Oktober unerwartet wenige Stellen geschaffen und dem lauen Jobmarkt keine neuen Impulse verliehen, wie die private Arbeitsvermittlung ADP am Mittwoch mitteilte. Im Privatsektor entstanden nur 130.000 Stellen. Dies war der geringste Anstieg seit April. Zudem wurden auch im September deutlich weniger als 150.000 Stellen geschaffen, wie sich nun herausstellte. „Der Arbeitsmarkt verliert an Schwung, er hat jedoch keinen Einbruch erlitten“, sagte Chefökonom Mark Zandi von Moody's Analytics.

Angesichts der schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen dürfte die Notenbank Federal Reserve auf ihrer Zins-Sitzung am Mittwochabend an ihren milliardenschweren Konjunkturspritzen festhalten. Die Geldpolitiker um Fed-Chef Ben Bernanke, die Vollbeschäftigung fördern sollen, werden aber genauer als sonst auf die Daten schauen. Denn der offizielle Arbeitsmarktbericht für Oktober wird wegen der Behördenschließungen im Zuge des Haushaltsstreits – auch Shutdown genannt – erst Ende nächster Woche vorliegen.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Der ADP-Bericht basiert auf einer privatwirtschaftlichen Umfrage, während die amtliche Arbeitsmarktstatistik zusätzlich den Stellenaufbau im Staatssektor umfasst. „Da der öffentliche Sektor während des Shutdowns wohl keine neuen Stellen geschaffen hat, deutet der ADP-Report auf einen sehr verhaltenen Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft im Oktober hin“, so die Bayern-LB-Ökonomin Christiane von Berg. Moody's Ökonom Zandi erwartet, dass es lediglich ein mageres Plus von rund 100.000 neuen Stellen geben wird.

Obwohl der Kongress die US-Regierung mit einer Einigung in letzter Minute vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrte, sind die Folgen des vorübergehenden Haushaltsnotstands noch immer nicht abzusehen. Ökonomen befürchten, dass die Auswirkungen des Streits die Wirtschaftsleistung im letzten Quartal 2013 bis zu einem halben Prozentpunkt schmälern wird. Experten erwarten daher, dass die Notenbank erst nächstes Jahr geldpolitisch auf die Bremse tritt und die monatlichen Wertpapierkäufe im Umfang von derzeit 85 Milliarden Dollar verringert.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

30.10.2013, 17:51 Uhr

und im kommenden Jahr wird erhöht auf 100 Milliarden oder mehr

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