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21.09.2012

07:45 Uhr

US-Armee

Verstärkungstruppen aus Afghanistan abgezogen

Die zusätzlichen 33.000 US-Soldaten sind nach drei Jahren Dienst in Afghanistan wieder abgezogen. Sie wurden 2009 von US-Präsident Obama an den Hindukusch entsandt, um die Taliban zurückzudrängen.

Ein US-Soldat im Einsatz: Wie versprochen dürfen die Soldaten der Verstärkungstruppe wieder heimkehren. AFP

Ein US-Soldat im Einsatz: Wie versprochen dürfen die Soldaten der Verstärkungstruppe wieder heimkehren.

WashingtonDie von US-Präsident Barack Obama zur Verstärkung der internationalen Truppen nach Afghanistan entsandten 33.000 Soldaten sind vollständig wieder abgezogen. Das teilten hochrangige Verantwortliche der US-Armee am Donnerstag (Ortszeit) mit. Demnach verbleiben fortan noch 68.000 US-Soldaten in Afghanistan, die zur internationalen Afghanistan-Truppe ISAF gehören.

Obama hatte die Truppenverstärkung Ende 2009 angeordnet. Er hatte zugesichert, dass sie bis Ende 2012 vollständig wieder abgezogen würden. Der Rückzug des Zusatz-Kontingents begann im Juli. Die US-Truppen haben es in den vergangenen Monaten verstärkt mit Angriffen von afghanischen Soldaten zu tun, mit denen sie eigentlich zusammenarbeiten. Bei derartigen Attacken wurden im Laufe des Jahres bereits 51 US-Soldaten getötet.

Chronologie: Tödliche Zwischenfälle in Afghanistan

Unbeliebte Besatzer

Bereits vor dem Massaker eines US-Soldaten an 16 afghanischen Zivilisten hat es in dem Land am Hindukusch mehrere Übergriffe von Angehörigen der amerikanischen Truppen gegeben. Auch Aktionen wie Koranverbrennungen lösten gewalttätige Proteste aus.

20. Februar 2012

Soldaten in der US-Basis Bagram bringen Ausgaben des Korans versehentlich zur Entsorgung zu einer Verbrennungsanlage. Muslimen gilt jede Schändung des Korans als Todsünde. Trotz einer Entschuldigung von Präsident Barack Obama führt die Koranverbrennung zu schweren Ausschreitungen mit zahlreichen Toten.

11. Januar 2012

Im Internet taucht ein Video auf, das angeblich US-Soldaten zeigt, die auf getötete Taliban urinieren. Der Vorfall sorgt international für Empörung und belastet die amerikanisch- afghanischen Beziehungen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta verurteilt die Leichenschändung und ordnet eine Untersuchung an.

23. März 2011

Ein US-Soldat wird von einem amerikanischen Militärrichter zu 24 Jahren Haft verurteilt. Der Stabsgefreite hatte zugegeben, zusammen mit mehreren Kameraden gezielt drei unbewaffnete Zivilisten in Afghanistan umgebracht zu haben. Dem fünfköpfigen „Killkommando“ wird nicht nur angelastet, aus purer Mordlust getötet zu haben: Sie sollen auch Körperteile ihrer Opfer wie Finger als Trophäen mitgenommen haben.

20. März 2011

In der Gemeinde des umstrittenen Pastors Terry Jones in Gainesville (US-Staat Florida) findet eine Koranverbrennung statt. Wenige Tage später stürmen aufgebrachte Menschen im afghanischen Masar-i-Scharif ein Büro der Vereinten Nationen und töten sieben Ausländer. Bei Ausschreitungen kommen in den folgenden Tagen in Afghanistan mindestens 23 Menschen ums Leben.

4. Mai 2009

Bei einem US-Luftangriff in der südwestafghanischen Provinz Farah kommen auch zahlreiche Zivilisten ums Leben. Das US-Militär hatte den Taliban vorgeworfen, diese als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Nach einer Untersuchung der afghanischen Regierung wurden 140 Zivilisten getötet.

Mit Hilfe der Truppenverstärkung gelang es dem US-Militär, die aufständischen Taliban im Süden und Südwesten des Landes zurückzudrängen. Die Taliban verlagerten ihre Angriffe seither auf den Osten und auf das Grenzgebiet zu Pakistan.

Von

afp

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