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25.02.2017

10:16 Uhr

US-Atomwaffenpolitik

Sicherheitsexperten zweifeln Trumps Aufrüstungspläne an

US-Präsident Donald Trump plant, Amerikas Atomwaffenarsenal auszubauen. Amerika drohe auf diesem Gebiet zurückzufallen, müsse jedoch immer die führende Atommacht sein. Experten sind skeptisch.

US-Präsident Donald Trump will zurück zum Wettrüsten. AFP; Files; Francois Guillot

Atomwaffen

US-Präsident Donald Trump will zurück zum Wettrüsten.

WashingtonMehrere Experten haben sich skeptisch zur Darstellung von US-Präsident Donald Trump geäußert, das amerikanische Militär drohe mit dem bestehenden Atomwaffenarsenal ins Hintertreffen zu geraten. Sie sprachen am Freitag von einer technologischen Überlegenheit der US-Trägersysteme, die allein schon die größere Zahl von einzelnen Gefechtsköpfen auf russischer Seite mehr als ausgleiche. „Hinter wem zurückfallen und wie?“ fragte der ehemalige Herausgeber der Fachzeitschrift „Bulletin of the Atomic Scientists“, Stephen Schwartz. Das sei ihm und vielen seiner Kollegen nicht klar. Hans Kristensen von der Federation of American Scientists sagte, Trump müssten offenbar noch die Kapazitäten der US-Nuklearstreitkräfte erklärt werden.

Trump hatte am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters einen Ausbau des US-Atomarsenals angekündigt. Amerika drohe auf diesem Gebiet zurückzufallen, müsse jedoch immer die führende Atommacht sein.

So verteilen sich Atomsprengköpfe auf die Welt

Weltweit

Für das Jahr 2016 wurden weltweit insgesamt 15.395 nukleare Sprengköpfe registriert. (Quelle: Sipri Yearbook 2016)

Das größte Arsenal

Die meisten Sprengköpfe lagern in Russland. Dort soll es 7290 Stück geben.

Die Nummer zwei

Auch die USA verfügt über ein ähnlich reichhaltiges Angebot: 7000 nukleare Sprengköpfe.

Mit Abstand

Auf Platz drei der größten Atommächte folgt mit großem Abstand Frankreich. Dort sind 300 Sprengköpfe registriert.

Auf den Plätzen

Auf Frankreich folgen China (260 nukleare Sprengköpfe), Großbritannien (215), Pakistan (120) und Indien (110).

Israel und Nordkorea

Israel soll 80 Sprengköpfe besitzen, Nordkorea auf 10 Stück kommen.

Die Experten bestätigten zwar am Freitag, dass Russland über Hunderte Sprengköpfe mehr als die USA verfüge. Schwartz wies jedoch darauf hin, dass die meisten russischen Interkontinental-Raketen an bekannten Orten an Land stationiert seien. Die mit entsprechenden Waffen bestückten russischen U-Boote seien technisch anfällig und verließen selten die unmittelbare Umgebung ihrer Häfen. Dagegen besäßen die USA eine "unverwundbare" Flotte derartiger Unterseeboote, die im Atlantik und Pazifik nicht aufzuspüren sei. Dazu kämen die bestehenden Pläne, neue Atom-Raketen, -Bomber und -U-Boote zu entwickeln.

Das US-Verteidigungsministerium hatte 2012 in einem Bericht an den Kongress die Vorstellung zurückgewiesen, Russland könne die strategische Vorherrschaft erreichen. Es gebe kein entsprechendes glaubwürdiges Szenario eines Ausbaus der russischen Atomstreitkräfte, hieß es damals. Dies sei selbst dann der Fall, wenn die Regierung in Moskau die bestehenden Rüstungskontrollverträge umgehen oder aufkündigen sollte.

Von

rtr

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