Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.08.2014

11:55 Uhr

US-Außenminister Kerry

Eine Allianz gegen den Terror

Für US-Außenminister Kerry sind die Taten der Terrorgruppe IS „Völkermord“. Unter Führung der USA will er eine Allianz die „diese Plage besiegen“ kann schmieden. Dabei setzen die USA neben Europa auch auf Saudi-Arabien.

US-Außenminister Kerry: Mit einer neuen Allianz gegen die „Plage“ IS. AFP

US-Außenminister Kerry: Mit einer neuen Allianz gegen die „Plage“ IS.

WashingtonUS-Außenminister John Kerry hat zur Bildung einer weltweiten Allianz gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) aufgerufen und deren Gewalttaten in Syrien und dem Nordirak mit gezieltem „Völkermord“ verglichen. In einem Gastbeitrag für die „New York Times“ warb Kerry am Freitag für eine „gemeinschaftliche Antwort unter Führung der Vereinigten Staaten und mit dem größtmöglichen Bündnis an Nationen“.

Zusätzlich zum militärischen Druck auf den IS bedürfe es auch politischer, wirtschaftlicher und humanitärer Unterstützung sowie der Hilfe von Geheimdiensten.

Gemeinsam mit US-Verteidigungsminister Chuck Hagel werde er am Rande des bevorstehenden Nato-Gipfels in Wales europäische Verbündete treffen, um solch ein Bündnis zu schmieden, schrieb Kerry weiter. US-Präsident Barack Obama werde dem UN-Sicherheitsrat im September zudem einen Plan vorlegen, wie den Dschihadisten am besten beizukommen sei.

Die USA würden ihre turnusmäßige Ratspräsidentschaft auch dazu nutzen, über das Gefahrenpotenzial ausländischer Kämpfer zu beraten, die radikalisiert und schlachterfahren aus Krisengebieten zurückkehrten.

Nach dem Nato-Gipfel wollen Kerry und Hagel demnach im Nahen Osten bei den „am meisten bedrohten Ländern“ der Region um Unterstützung werben. "Wir werden nicht zulassen, dass sich der Krebs des IS auf andere Länder ausbreitet", schrieb Kerry. „Die Welt kann es mit dieser Plage aufnehmen und sie schlussendlich besiegen.“

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Auf den traditionellen US-Verbündeten Saudi-Arabien kann Washington dabei offenbar zählen. König Abdallah warnte am Samstag davor, dass die „abscheulichen“ Verbrechen der Dschihadisten bald auch westliche Ziele treffen könnten. Saudiarabischen Medienberichten zufolge sagte der Monarch: „Der Terrorismus kennt keine Grenzen, und seine Gefahr können auch mehrere Länder außerhalb des Nahen Ostens zu spüren bekommen.“

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×