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25.07.2014

07:57 Uhr

US-Außenminister

Kerry setzt sich für Waffenruhe im Gazastreifen ein

US-Außenminister John Kerry legt seinen Vorschlag für eine Waffenruhe im Gazastreifen vor. Laut einer Sprecherin des US-Außenministerium seien Kerrys Gespräche allerdings „sehr kompliziert“ verlaufen.

Israelische Soldaten bereiten einen Angriff nahe des Gaza-Streifens vor. Beim Beschuss einer von den Vereinten Nationen betriebenen Schule im Gazastreifen tötete die israelische Armee 15 Menschen. AFP

Israelische Soldaten bereiten einen Angriff nahe des Gaza-Streifens vor. Beim Beschuss einer von den Vereinten Nationen betriebenen Schule im Gazastreifen tötete die israelische Armee 15 Menschen.

Tel AvivIn die Bemühungen um einen Waffenstillstand im Gazastreifen kommt Bewegung: US-Außenminister John Kerry hat den Konfliktparteien einen konkreten Vorschlag unterbreitet. Dieser sehe eine einwöchige Einstellung der Kämpfe vor, in der unter ägyptischer Vermittlung Gespräche über eine längerfristige Friedenslösung aufgenommen werden sollen. Dies berichtete die israelische Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf einen hochrangigen israelischen Regierungsvertreter. Israel darf demnach in dem Zeitraum weiterhin Tunnel im Gazastreifen zerstören, die die Hamas für Terrorzwecke gebaut hat. Kerry erwarte noch am Freitag Antworten.

Die „New York Times“ berichtete darüber hinaus von einem Zwei-Stufen-Plan, wonach zuerst die Waffen schweigen und dann Gespräche folgen sollen. Die Verhandlungen seien an einem „heiklen“ Punkt angekommen, wurde ein US-Regierungsvertreter zitiert. Unklar sei unter anderem noch, ob israelische Truppen während der angedachten Feuerpause in Gaza bleiben würden. Ob die radikalislamische Hamas dem Plan zustimmt, sei auch noch nicht geklärt.

Raketen verschiedener Reichweite im Gazastreifen

Insgesamt 10.000 Raketen

Militante Palästinenser im Gazastreifen sind nach Informationen der israelischen Armee im Besitz von etwa 10.000 Raketen mit verschiedenen Reichweiten. Die Geschosse lagerten in unterirdischen Tunneln oder seien in Wohngebäuden, Schulen und Kindergärten untergebracht. Damit sollen Angriffe erschwert und verhindert werden. Eines der Ziele der israelischen Bodenoffensive ist es, unterirdische Raketenabschussrampen in dem Palästinensergebiet zu zerstören.

Iranische Fadschr-Raketen

Bei dem Hamas-Arsenal handelt sich den Informationen zufolge vor allem um iranische Fadschr-Raketen, die eine Reichweite von etwa 80 Kilometern hätten.

Mittelschtreckenraketen

Weitere Raketen können aber auch den Norden Israels erreichen: Nach Militärinformationen befinden sich im Gazastreifen auch mehrere hundert Mittelstreckenraketen vom Typ M-302. Diese würden in Syrien gefertigt und flögen bis zu 160 Kilometer weit.

Schmuggel im Auftrag des Irans

Im Auftrag des Irans würden die Raketen in den Gazastreifen verschifft oder über den Sinai geschmuggelt. Erst im März hatten israelische Einheiten vor Sudan ein Schiff gestoppt, das offenbar Raketen vom Typ M-302 geladen hatte.

Raketenangriff in Tel Aviv

Nach eigenen Angaben hat die Hamas seit Beginn des Schlagabtauschs mit Israel den Großraum Tel Aviv täglich mit Raketen des Typs M-75 angegriffen.

Das israelische Sicherheitskabinett will am Freitag über die Vorschläge des Verbündeten USA beraten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ließ bislang keine Bereitschaft erkennen, die Angriffe einzustellen. Immer mehr Zivilisten kommen ums Leben. Die Lufthansa und Air Berlin fliegen vorerst weiterhin nicht nach Israel.

Die Zahl der Toten im Gazastreifen stieg seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli auf 805. Mindestens 5200 Palästinenser wurden nach Angaben örtlicher Rettungsdienste verletzt. Auf israelischer Seite starben bislang mehr als 30 Soldaten und Zivilisten.

Kommentare (4)

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Herr Peter Schaak

25.07.2014, 09:49 Uhr

Das Tag- und Nacht bombardierte besetzte Gaza soll die Waffen für eine Woche ruhen lassen, in der es mit Ägypten als Vertreter der Gegenseite Gespräche führen darf. Das meint doch der Herr US-Außenminister Kerry nicht im Ernst!
Direkte Besetzung des Gebiets, das, soweit es dessen Bewohner betrifft, wie seit Jahren belagert bleibt und in dem die Besatzungsmacht weiter militärisch agieren darf, natürlich nur um wie bisher Tunnel zu suchen und zu zerstören, soll ein Vorschlag für eine Waffenstillstandsvereinbarung sein? Wenn es für die US-Diplomatie bereits schwierig war, ein solches Ergebnis zu erzielen, dann ist abzusehen, dass es bei dem Vorhaben, das als einen ernst zu nehmenden Vorschlag zu vermitteln, gänzlich scheitern wird - soweit das denn überhaupt gewollt sein sollte.

Herr Thomas Behrends

25.07.2014, 12:13 Uhr

Kerry wird scheitern, so wie alle Anderen vor ihm scheiterten und scheitern mussten.

Es gibt keinen ernsthaften Willen auf beiden Seiten das Morden und Abschlachten einzustellen.

Die Welt hat Besseres verdient als jeden Tag mit schlechten Nachrichten aus dem Nahen Osten bombadiert zu werden!

Herr otto r. kristek

25.07.2014, 12:23 Uhr

solang ein aufschrei der anständigen
bewohner
(araber als auch juden)
ausbleibt
solang
das blut dicker ist
die volkszugehörigkeit wichtiger
als die verständigung der anständigen untereinander

solang haben die extremisten aller volksgruppen leichtes spiel
müssen die anständigen eben bluten

oder die andere(volksgruppe) wird vernichtet

insofern ist eine feuerpause zum jetzigen zeitpunkt kontra produktiv

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