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25.02.2013

11:28 Uhr

US-Außenminister

Klein-Kerrys Fahrradtour zum Führerbunker

Seine erste Auslandreise führt US-Außenminister John Kerry zuerst nach London und dann nach Berlin. Dort verbrachte der Diplomatensohn Kerry einen Teil seiner Jugend – und bekam Hausarrest für Streifzüge im Ostsektor.

John Kerry nach seiner Ankunft in London. dpa

John Kerry nach seiner Ankunft in London.

Berlin/LondonUS-Außenminister John Kerry ist am Montag auf seiner ersten Auslandsreise im neuen Amt in London eingetroffen. Er trifft in der Downing Street mit dem britischen Premierminister David Cameron und Außenminister William Hague zusammen. Bei den Gesprächen soll es um die Probleme in Syrien, um den Nahen Osten und auch um den Umgang mit den von Argentinien beanspruchten britischen Falklandinseln im Südatlantik gehen. Noch am Montag wird er nach Berlin weiterreisen. Am Dienstag stehen unter anderem Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Guido Westerwelle auf dem Programm.

In Berlin unternahm Kerry auch seine ersten Ausflüge in die Weltpolitik – als kleiner Junge mit seinem Fahrrad im Nachkriegs-Berlin. Auf eigene Faust erkundete er Mitte der 1950er-Jahre die geteilte Stadt, in der seine Eltern Richard und Rosemary zwei Jahre als US-Diplomaten lebten. Die Erfahrungen an der Verwerfungslinie zwischen Ost und West im Kalten Krieg waren prägend für den Mann, der als neuer Außenminister der USA nun erstmals wieder Berlin besucht. „Was ich dort gelernt habe, hat mich ein Leben lang begleitet“, sagte er einmal.

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Kerry war elf Jahre alt, als sein Vater 1954 nach Berlin versetzt wurde. Die Stadt lag nach dem Weltkrieg in Trümmern, seit der Blockade durch die Sowjetunion 1948 bis 1949 herrschte eine bleierne Atmosphäre. „Ich habe unvergessliche Erinnerungen, wie ich als Kind fasziniert war von den britischen, französischen und amerikanischen Soldaten, die alle ihren Teil der Stadt bewachten. Und wie die Russen an dem kahlen Streifen Wache schoben, der Ost und West trennte“, sagte Kerry, als seine Demokraten ihn auf dem Parteitag 2004 zum Herausforderer von Präsident George W. Bush nominierten.

Den Kalten Krieg kennt Kerry nicht aus dem Schulbuch, sondern erlebte ihn als Junge im Alltag. Der „Washington Post“ erzählte der Politiker einmal, wie seine Familie bei einem Segelausflug auf einem Berliner See in Panik geriet, als ihr Boot auf das von der Sowjetunion kontrollierte Ufer zudriftete. „Es war eine einschneidende Zeit in meinem Leben“, sagte Kerry. „Ich habe damals ein großes Interesse für globale Konfrontationen entwickelt.“

Mit seinem Fahrrad ging der Diplomatensohn auf Entdeckungstour, noch hatte die DDR die Teilung Berlins nicht mit dem Mauerbau zementiert. Der junge Kerry radelte durch das Brandenburger Tor und besichtigte die Ruinen des Führerbunkers.

Kommentare (1)

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25.02.2013, 17:37 Uhr

Tja was für ein Unterschied zu dem Gesindel der damaligen Bush-Administration

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