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17.03.2017

11:53 Uhr

US-Außenminister Tillerson

USA erwägen Präventivschlag gegen Nordkorea

Bei einem Besuch in Südkorea droht US-Außenminister Rex Tillerson dem Nachbarstaat: Sollte das nordkoreanische Atomprogramm weiterentwickelt werden, könnten die USA eingreifen. Mit Waffengewalt.

Der US-Außenminister ändert den Ton im Umgang mit Nordkorea. AP

Rex Tillerson

Der US-Außenminister ändert den Ton im Umgang mit Nordkorea.

SeoulUS-Außenminister Rex Tillerson hat einen Präventivangriff gegen Nordkorea nicht ausgeschlossen. Es könnte möglich sein, dass die USA vorbeugende militärische Schritte ergreifen müssten, wenn die Bedrohung durch das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm eine Stufe erreiche, die ein Handeln erfordere, sagte Tillerson am Freitag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Zuvor hatte er die militarisierte Grenzzone zwischen den beiden Koreas besucht.

Die "strategische Geduld" der USA mit dem kommunistischen Land sei am Ende, so Tillerson. Stattdessen würden im Einvernehmen mit Südkorea neue Sicherheitsmaßnahmen und diplomatische Vorgehensweisen erarbeitet. Auf Nachfrage bestätigte Tillerson, dass dies auch ein militärisches Vorgehen einschließen könnte. Das gemeinsame Ziel der USA und Südkorea sei eine vollständige nukleare Abrüstung Nordkoreas.

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (2016)

6. Januar 2016

Nordkorea führt seinen vierten Nukleartest aus. Nach eigenen Angaben wurde eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet. Experten ziehen die Angaben in Zweifel. (Quelle: AP)

7. Februar 2016

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben eine Langstreckenrakete ins All.

9. März 2016

Machthaber Kim Jong Un erklärt, sein Land habe verkleinerte Atombomben entwickelt, die auf Raketen platziert werden können.

18. März 2016

Zum ersten Mal seit 2014 feuert Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong ab. Das Geschoss fliegt rund 800 Kilometer weit, ehe es östlich des Landes ins Wasser fällt.

23. April 2016

Nordkorea schießt eine Rakete von einem U-Boot ab. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium heißt es daraufhin, das Geschoss habe eine Strecke von knapp 30 Kilometern zurückgelegt. Pjöngjang erklärt, der Start ziele darauf ab, die Atomsprengkopftechnologien voranzubringen.

22. Juni 2016

Washington und Seoul melden, dass Nordkorea zwei mutmaßliche Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan abgefeuert hat. Diese Raketen könnten eines Tages in der Lage sein, weit entfernte Militärbasen der USA in Asien zu treffen. Pjöngjang gibt später bekannt, erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet zu haben. Diese habe eine Höhe von 1400 Kilometern erreicht, bevor sie wie geplant in 400 Kilometer entfernten Gewässern gelandet sei.

19. Juli 2016

Nordkorea schießt drei Raketengeschossen ab. Zwei davon fliegen 500 bis 600 Kilometer weit. Die Tests sind nach Angaben der Führung in Pjöngjang Teil eines simulierten Präventivschlags auf südkoreanische Häfen und Flugplätze.

3. August 2016

Regierungsbeamten aus Südkorea und Japan zufolge legt eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete einen Weg von rund 1000 Kilometern zurück und landet in der Nähe von japanischen Hoheitsgewässern. Es handelt sich vermutlich um eine Rodong-Rakete.

24. August 2016

Eine erneut von einem U-Boot abgefeuerte Rakete ist 500 Kilometer unterwegs, ehe sie nahe Japan ins Wasser stürzt. Kim erklärt, sein Land habe die Fähigkeit erlangt, einen vollausgerüsteten Atomangriff auszuführen. Auch das US-Festland befinde sich in Schlagdistanz.

5. September 2016

Wieder fliegen drei mutmaßliche Mittelstreckenraketen Nordkoreas fast 1000 Kilometer weit, ehe sie in Gewässern nahe Japan landen.

9. September 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen nuklearen Sprengkopf erfolgreich zur Explosion gebracht.

„Alle Optionen liegen auf dem Tisch“, sagte Tillerson auf die Frage, ob militärische Maßnahmen gegen Pjöngjang eine Möglichkeit für die USA darstellten. Sein Land wolle keinen militärischen Konflikt. Sollte Nordkorea jedoch mit seinen Aktivitäten südkoreanische oder amerikanische Truppen bedrohen, werde es eine „angemessene Reaktion“ geben.

Von

ap

Kommentare (9)

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Herr Günther Schemutat

17.03.2017, 12:28 Uhr

Die Amerikaner könnten alle Raketen abschiessen die Richtung Japan fliegen ,bevor die ihr Ziel erreichen im Japanischen Meer. So gibt es keine erfolgreichen Tests dieser Raketen. Ein Angriff auf Nordkorea wird es wohl nicht geben, dass wäre
gegenüber China nicht klug.

Als zweite Lösung die Einladung von Kim Jong in ein Land wo er nicht Misstrauisch wird und dann Nordkorea von ihm befreien. Gab es alles schon im kalten krieg.

Herr Old Harold

17.03.2017, 12:29 Uhr

Ein weiterer Beweis, wie wichtig es ist, als souveräner Staat seine Verteidigungsbereitschaft stets so hoch zu halten, dass es jedem Angreifer weh tun würde, die Landesgrenzen zu überschreiten.

Herr Hans Henseler

17.03.2017, 12:59 Uhr

Mit Praeventivschlaegen laesst sich jede Agression rechtfertigen - wie bei den Nazis
gegen Polen und Russland oder im 2. Irak-Krieg. Die UN muessen solche Absichten
energisch verurteilen.

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