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04.01.2010

23:00 Uhr

US-Außenministerin

Clinton nennt Lage im Jemen globale Bedrohung

Nach Ansicht von US- Außenministerin Hillary Clinton stellt die Lage im Jemen eine Bedrohung für die ganze Welt dar. Es müsse verhindert werden, dass El Kaida das südarabische Land weiterhin als Basis für Terrorattacken nutzt. Dabei müsse die internationale Gemeinschaft die Regierung in Sanaa stärker als bisher unterstützen, sagte Clinton am Montag.

US-Außenministerin Clinton: "Die Instabilität im Jemen ist eine Bedrohung." Quelle: Reuters

US-Außenministerin Clinton: "Die Instabilität im Jemen ist eine Bedrohung."

HB WASHINGTON/SANAA/BERLIN. Die Lage im Jemen stellt nach Ansicht von US-Außenministerin Hillary Clinton eine Bedrohung für die ganze Welt dar. Es müsse verhindert werden, dass El Kaida das südarabische Land weiterhin als Basis für Terrorattacken nutzt. Dabei müsse die internationale Gemeinschaft die Regierung in Sanaa stärker als bisher unterstützen. "Die Instabilität im Jemen ist eine Bedrohung der regionalen Stabilität und sogar der globalen Stabilität", sagte Clinton am Montag in Washington.

Während im Flugverkehr weltweit schärfere Kontrollen angeordnet werden, rücken die El-Kaida-Terroristen im Jemen immer mehr ins Visier der Geheimdienste. Jemenitische Anti-Terror-Einheiten töteten am Montag zwei Verdächtige. Gleichzeitig warnt die Regierung in Sanaa aber, sie werde im Kampf gegen die Terroristen keine ausländische Intervention dulden.

US-Präsident Barack Obama will bei einem "Sicherheitsgipfel" im Dienstag im Weißen Haus nach Schwachstellen in der Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden forschen. Obama hatte eine rasche Aufklärung der Pannen im Vorfeld des vereitelten Flugzeugattentats von Detroit versprochen. Er hatte den Sicherheitsdiensten schwere Versäumnisse vorgeworfen.

Unterdessen ist es im Jemen bei Protesten gegen das Verbot einer Zeitung zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Dabei wurden nach Angaben der Behörden in der Stadt Aden ein Polizist getötet und drei weitere verletzt. Die Demonstranten hätten das Feuer auf die Sicherheitskräfte eröffnet, als diese die nicht genehmigte Demonstration auflösen wollten, sagte ein hoher Polizeioffizier. Daraufhin sei zurückgeschossen worden. Dagegen warf die Organisation "Reporter ohne Grenzen" der Polizei vor, unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Terror die Menschenrechte zu verletzen.

"Die Regierung (von Präsident) Ali Abdallah Saleh nutzt die Unterstützung der ausländischen Mächte im Kampf gegen den Terror, um im eigenen Land die Bürgerrechte zu verletzten", hieß es in einer in Paris veröffentlichten Mitteilung von "Reporter ohne Grenzen". Mehr als 200 Menschen seien dem Aufruf mehrerer jemenitischer Menschenrechtsgruppen gefolgt und hätten vor dem Gebäude der geschlossenen Zeitung "Al Ayyam" gegen das staatliche Verbot protestiert.

Nach Angaben von "Al Ayyam"-Herausgeber Hisham Bashraheel hätten die Sicherheitskräfte zuerst mit Tränengas und scharfer Munition auf die Demonstranten geschossen, die in friedlicher Absicht zu dem Zeitungsgebäude gekommen seien. Die Behörden wiesen diese Darstellung zurück und kündigten an, Bashraheel wegen des getöteten Polizisten anklagen zu wollen. Am Abend hielten Sicherheitskräfte das Gebäude weiter umstellt.

Die Zeitung "Al Ayyam" war im Mai vergangenen Jahres wegen angeblicher Unterstützung separatistischer Bestrebungen verboten worden. Seither kam es bereits mehrfach zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Unterstützern der Zeitungsmacher. Dabei kamen bislang drei Menschen ums Leben.

Kommentare (2)

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Martin Trittelvitz

05.01.2010, 11:02 Uhr

Erst Afghanistan, dann Jemen, in welches abgelegene Land ziehen die Terroristen dann als naechstes? Und fangen wir dann gegen jedes dieser Laender einen Krieg an?
marty

W. Fischer

05.01.2010, 11:35 Uhr

Sehr geehrte Frau US- Außenministerin Hillary Clinton, ihre Aussage lässt nur eine Frage für mich zu, wer führt die Regierung der USA? Nach meiner Meinung wird die Regierung nicht mehr von Zivilisten geführt, sondern vom NSA (National Security Agency) CiA und dem amerikanischen Militär.
Sie Frau US- Außenministerin Hillary Clinton, sollten diese Zeilen lesen und beherzigen, sie stammen von US-Präsidenten George Washington aus dem Jahr 1796, und lauten eine übergroße Heeresmacht muß auf jeden Fall vermieden werden. Denn egal, wie die Regierungsform aussieht: sie bringt Unheil. Denn sie ist der Feind der Freiheit.
Dem habe ich nichts hinzu zu fügen.
Danke

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