Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.03.2006

11:47 Uhr

US-Bericht

Russland soll Irak Informationen geliefert haben

Die US-Regierung erhebt schwere Vorwürfe gegen Russland: Die russische Regierung soll zu Beginn des Irak-Kriegs Informationen über die Angriffsstrategie der US-Streitkräfte an Saddam Hussein übermittelt haben. Russland reagiert empört.

HB WASHINGTON. Das geht aus irakischen Dokumenten hervor, die das Pentagon am Freitag (Ortszeit) im Rahmen einer Studie über die ersten Monate des Irak-Kriegs veröffentlichte. Danach stammten die Informationen aus „Quellen“ direkt im US-Zentralkommando, das damals in Katar angesiedelt war, und wurden durch den seinerzeitigen russischen Botschafter in Bagdad übermittelt. Als Motiv werden in der Studie wirtschaftliche Erwägungen Russlands genannt.

Das mehr als 200 Seiten umfassende Papier wurde vom Vereinigten Streitkräfte-Kommando (USJFC) erstellt. Es analysiert die Vorgänge im Irak kurz vor dem Krieg bis zum Mai 2003 anhand von Interviews mit hochrangigen irakischen Militärvertretern und Zivilisten sowie durch Auswertung von hunderttausenden irakischen Akten. Dem Bericht zufolge geht die russische Unterstützung aus einem Memorandum des damaligen irakischen Außenministers an Saddam Hussein vom 2. April 2003 hervor. Danach wurden die Iraker unter anderem darüber informiert, dass die Amerikaner dabei seien, Bagdad von drei Seiten einzukesseln und sich die größte Truppenkonzentration sich bei Kerbala befinde.

Weiter sei übermittelt worden, dass sich die Amerikaner auf eine Bombardierung Bagdads und der Umgebung konzentrieren würden und die Erstürmung Bagdads nicht vor der Ankunft der 4. Infanteriedivision etwa „um den 15. April herum“ beginnen werde. Auf die Qualität der russischen Informationen geht der Report aber nicht ein.

Auf russischer Seite haben die Berichte große Empörung hervorgerufen. „Solche völlig unbegründeten Beschuldigungen an die Adresse der russischen Auslandsaufklärung kommen nicht zum ersten Mal. Wir erachten es als überflüssig, solche Erfindungen zu kommentieren“, sagte ein Sprecher des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR am Samstag der Nachrichtenagentur Interfax.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×