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17.07.2016

22:28 Uhr

US-Bundesstaat Louisiana

Drei Polizisten nach Schusswechsel gestorben

Im US-Bundesstaat Louisiana sind mehrere Polizisten angeschossen worden, drei sind dabei gestorben. US-Präsident Obama verurteilte die Tat als „feige“, Präsidentschaftskandidat Trump forderte „Gesetz und Ordnung“.

Nach dem Schusswechsel wurden Straßen blockiert. Reuters

Polizisten blockieren eine Straße in Baton Rouge

Nach dem Schusswechsel wurden Straßen blockiert.

Zehn Tage nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas sind in der US-Stadt Baton Rouge (Bundesstaat Louisiana) drei Polizeibeamte erschossen und mindestens drei weitere verletzt worden, einer davon schwebte in Lebensgefahr. Ein direkter Zusammenhang mit andauernden Protesten gegen Polizeigewalt in den USA wurde zwar zunächst nicht offiziell bestätigt. Es gab jedoch mehrere Hinweise darauf, dass es sich wahrscheinlich um eine geplante Attacke gegen Polizisten gehandelt hat. Demnach wurden die Polizisten vermutlich in einen Hinterhalt gelockt.

US-Präsident Barack Obama erklärte, Gewalt gegen Polizisten sei „durch nichts zu rechtfertigen“. Mit Verweis auf den Heckenschützen von Dallas fügte er hinzu, zum zweiten Mal binnen zwei Wochen seien „Polizisten, die jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen, um unseres zu schützen, in einem feigen und verwerflichen Angriff getötet worden, als sie ihre Arbeit taten“. Derartige Angriffe auf Beamten, den Staat und die Zivilgesellschaft müssten aufhören.

Donald Trump, der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner, schrieb auf Twitter: „Wir trauern heute um die getöteten Polizeibeamten“ und fügte hinzu: „Wie viele Angehörige der Strafverfolgungsbehörden und Leute müssen sterben, weil es unserem Land an Führung mangelt? Wir fordern Gesetz und Ordnung.“

Der Vorfall löste auch deshalb besondere Besorgnis aus, weil am Montag in Cleveland (Bundesstaat Ohio) der Parteitag der Republikaner beginnt. Dazu werden über 50.000 Menschen erwartet. Am Rande des Parteitages wird es zahlreiche Demonstrationen geben, das hat bereits Befürchtungen ausgelöst, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte. Daher findet die „Convention“ bereits unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Der Polizei in Baton Rouge zufolge waren vermutlich mehrere Schützen beteiligt, einer sei erschossen worden. Nach möglichen zwei Komplizen werde gesucht. Nach Angaben eines Polizeivertreters sollte ein Roboter zu der Leiche des getöteten mutmaßlichen Schützen geschickt werden, um nach etwaigen Sprengsätzen zu suchen. Wie es weiter hieß, sollen die Täter schwarz gekleidet und mit Sturmgewehren bewaffnet gewesen sein.

Der Gouverneur von Louisiana, John Edwards, sprach auf Twitter von einer „verabscheuungswürdigen Attacke gegen uns alle“. US-Medien bewerteten auch das als Hinweis, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte.

Polizistenmorde in Dallas: Pulverfass Amerika

Polizistenmorde in Dallas

Pulverfass Amerika

In Dallas werden fünf Polizisten erschossen, der Schütze begründet die Tat mit seinem Hass auf Weiße. Rassismus und Waffenbesitz bilden ein Gemisch, dessen soziale Sprengkraft zur Bedrohung für den inneren Frieden wird.

Über den genauen Ablauf gab es zunächst nur wenige Angaben. Nach Medienberichten war bei der Polizei etwa um 8.30 Uhr morgens Ortszeit (15.30 Uhr MESZ) ein Anruf eingegangen, dem zufolge ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann eine Straße entlanggehe. Als Streifenbeamte eingetrafe, seien sie unter Feuer genommen worden.

Die Lage in Baton Rouge ist seit Tagen besonders angespannt: Dort war am 5. Juli der Schwarze Alton Sterling von Polizisten erschossen worden, während er am Boden lag. Das und tödliche Polizeischüsse auf einen zweiten Schwarzen in Minnesota hatte in den USA eine Welle des Protestes gegen Polizeigewalt ausgelöst.

In der Nacht zum 8. Juli war es dann zur Eskalation gekommen. Am Rande einer Demonstration erschoss ein einzelner Heckenschütze gezielt fünf Polizisten. Das hat Befürchtungen ausgelöst, dass es zu weiterer Gewalt kommen könnte.

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