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02.01.2004

21:44 Uhr

International

US-Delegation reist wohl doch nicht in Iran

Die Teheraner Regierung hat auf die US-Vorschläge des Besuchs einer hochrangigen US-Delegation in das Erdbebengebiet in Iran mit Ablehnung reagiert.

HB WASHINGTON/TEHERAN. State-Department-Sprecher Adam Ereli sagte, Teheran halte es derzeit für besser, einen solchen Besuch „in der Schwebe zu halten“.

Dagegen hatte die iranische Regierung am selben Tag dem Besuch einer US-Delegation mit Vorbehalt zugestimmt. Der Besuch dürfe aber nicht politisiert werden und müsse in einem humanitären Rahmen bleiben, sagte Außenamtssprecher Hamid-Resa Assefi in Teheran. Ereli sagte, die US-Regierung habe den Besuch vorgeschlagen, um das Mitgefühl der USA für das iranische Volk zu zeigen und weitere humanitäre Hilfe zu leisten. Angesichts der Reaktion der iranischen Führung werde Washington das Projekt nicht weiter verfolgen.

Nach Angaben der „Washington Post“ hatte die US-Regierung angeboten, eine Delegation unter Leitung der republikanischen Senatorin und früheren Vorsitzenden des amerikanischen Roten Kreuzes, Elizabeth Dole, nach Iran zu schicken. Auch ein Mitglied der Familie des US-Präsidenten George W. Bush solle an der Mission teilnehmen. Es wäre die erste offizielle Visite seit dem Geiseldrama 1979-1981 gewesen, als iranische Studenten 52 Amerikaner in der US-Botschaft 444 Tage lang festhielten.

Präsident Bush hatte am Vortag Iran Bedingungen für bessere bilaterale Beziehungen gestellt. Bush sagte in Falfurrias (Texas), Teheran müsse mehr Demokratie gewähren, sein Atomwaffenprogramm beenden und die Zusammenarbeit im Kampf gegen den internationalen Terrorismus verbessern. Bush antwortete auf Fragen im Zusammenhang mit Äußerungen des iranischen Außenministers Kamal Charrasi, der die Lockerung der US-Sanktionen wegen des Erdbebens als positiven Schritt gewertet und erklärt hatte, dass ein Ende der Strafmaßnahmen „eine Atmosphäre für die Diplomatie“ eröffnen würde.

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