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03.04.2014

17:40 Uhr

US-Drohnen-Angriffen

Drehkreuz Ramstein

Sind US-Stützpunkte in Deutschland an Drohnen-Angriffen beteiligt? US-Präsident Obama widersprach dem vor einem Jahr. Jetzt sagt ein ehemaliger Drohnen-Pilot: Ohne Deutschland wäre der Drohnen-Krieg nicht möglich.

US-Präsident Barack Obama in Ramstein: Welche Rolle spielt der Stützpunkt in den US-Drohnenangriffen? AFP

US-Präsident Barack Obama in Ramstein: Welche Rolle spielt der Stützpunkt in den US-Drohnenangriffen?

BerlinDie US-Luftwaffenbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein spielt Medienberichten zufolge eine wichtige Rolle bei den umstrittenen Drohnen-Angriffen in Ländern wie Pakistan, Jemen oder Somalia. „Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnen-Krieg des US-Militärs nicht möglich“, sagte der ehemalige Drohnen-Piloten Brandon Bryant NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“. Nach Recherchen der drei Medien werden Bilder der Drohnen-Einsätze in Ramstein analysiert und mit nachrichtendienstlichen Erkenntnissen abgeglichen. Zudem werde Ramstein als Relaisstation genutzt, um Steuerungsbefehle an die weltweit operierende Drohnenflotte zu übermitteln.

Bereits im Mai vergangenen Jahres gab es Berichte darüber, dass die US-Drohnenangriffe in Afrika von dem Stuttgarter Einsatzführungskommando der US-Streitkräfte, „Africom“, aus gesteuert würden. Auch damals wurde die Satellitenstation in Ramstein erwähnt. Nach dem aktuellen Bericht soll diese für die Drohnen-Angriffe weltweit genutzt werden, also auch für Pakistan, wo die mit Abstand meisten Angriffe erfolgen sollen.

US-Präsident Barack Obama hatte bei seinem Berlin-Besuch im vergangenen Juni versichert, dass Deutschland nicht als Ausgangspunkt für US-Drohnenangriffe in Afrika genutzt wird. „Ich weiß, dass es einige Berichte in Deutschland gegeben hat, dass das eventuell der Fall sei. Das ist nicht der Fall“, sagte er.

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Die neuen Recherchen stützen sich auf amerikanische Dokumente und die Aussagen Bryants, der bis April 2011 von New Mexico in den USA aus Drohnen gesteuert haben soll. Bei Dienstbeginn habe er immer als erstes in Ramstein angerufen, sagt Bryant. Wegen der großen Entfernung der Einsatzgebiete von den USA müsse das Signal über Deutschland geleitet werden.

Auf der Basis in Ramstein befindet sich den Recherchen zufolge seit Februar 2003 zudem eine von weltweit fünf Einheiten, die Drohnenbilder auswerten. Welche Einheit welche Drohneneinsätze konkret begleitet, sei aber unklar.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

03.04.2014, 17:53 Uhr

Zitat : Drehkreuz Ramstein

- Merkel würde dazu sagen : das ist alles noch sehr neu für uns, wir müssen das erst lernen.....!

Account gelöscht!

03.04.2014, 19:32 Uhr

Ein weiterer Beweis dafür das die USA in Deutschland alle Rechte einer Besatzungsmacht haben. Auch wenn sie diese nur dann ausüben wenn es in ihrem Interesse liegt. Unsere Politike
wissen das und verhalten sich entsprechend. Spätestens dann wenn sie Regierungspartei sind. Die linke Regierung kam nur deshalb nicht zustande weil man befürchten mußte das die Linke da nicht mitmacht. Und dann wirds schwierig!

Account gelöscht!

03.04.2014, 19:50 Uhr

Und die USA regen sich über Völkerrechtsverstöße Russlands auf???

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