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26.05.2012

16:50 Uhr

US-Experten

Iran hat genügend Uran für fünf Atombomben

Die Führungsriege des Iran hält sich beim Thema Atomprogramm bedeckt. Doch ein neuer Bericht der Atomenergiebehörde IAEA zeigt, dass das Land die Produktion von Uran ausgeweitet hat – und dieses weiter anreichert.

Mahmud Ahmadinedschad bei der Inspektion einer Atomanlage. dpa

Mahmud Ahmadinedschad bei der Inspektion einer Atomanlage.

WienDer Iran verfügt US-Experten zufolge über genug Uran, das bei einer weiteren Anreicherung für den Bau von fünf Atomsprengköpfen ausreichen würde. Der jüngste Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) habe ergeben, dass die Islamische Republik ihre Produktion von gering angereichertem Uran erheblich ausgeweitet habe, stellte das in Washington ansässige Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (Isis) fest. Aus dem IAEA-Bericht war zudem hervorgegangen, dass einzelne Uran-Partikel einen relativ hohen Anreicherungsgrad von 27 Prozent aufwiesen. Atomwaffenfähiges Uran muss zu rund 90 Prozent angereichert werden.

Die IAEA hatte am Freitag zudem erklärt, der Iran habe in seiner unterirdischen Anlage Fordow hunderte weitere Zentrifugen zur Uran-Anreicherung installiert. Das Land steht im Verdacht, heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Die Regierung in Teheran bestreitet dies und hat erklärt, das Atomprogramm diene lediglich der Energiegewinnung. Für den Betrieb der gängigsten Atomkraftwerke ist aber nur ein Uran-Anreicherungsgrad von etwa drei bis fünf Prozent nötig. Der im Jahr 2010 erreichte Grad von 20 Prozent wurde damit begründet, dieses Uran sei für einen medizinischen Forschungsreaktor nötig.

Der Vertreter des Iran bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, spielte den Behördenbericht herunter. Es handele sich um eine technische Diskussion, die von den westlichen Medien aufgebauscht werde, sagte er der Nachrichtenagentur Irna. „Der IAEA-Bericht hat erneut bewiesen, dass alle laufenden Nuklearprogramme friedlicher Natur sind und keinerlei militärisches Ziel haben“, sagte er laut Staatsfernsehen weiter.

Dem Bericht zufolge hat der Iran seit Aufnahme seiner Arbeit im Jahr 2007 annähernd 6,2 Tonnen Uran mit einem Anreicherungsgrad von 3,5 Prozent produziert. Im Februar-Bericht war noch von 750 Kilogramm weniger die Rede gewesen. Isis zufolge hat der Iran seine monatliche Produktion um rund ein Drittel gesteigert.

In dieser Woche hatten die fünf Atommächte und Deutschland bei einer neuen Verhandlungsrunde mit dem Iran vergeblich versucht, das Land von einer weiteren Atomanreicherung abzubringen. Die nächste Gesprächsrunde ist für Juni in Moskau angesetzt.

Von

rtr

Kommentare (37)

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frieden

26.05.2012, 19:21 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

Dickbrettbohrer

26.05.2012, 19:41 Uhr

@ProUSrael: Sie glauben auch alles. Das Ganze dient doch nur US hegemonialen Ansprüchen, welche den Mittelmeerraum und Teile Arabiens unter ihre Kontrolle bringen möchten. Beim Irak war es der Vorwand der Giftgasproduktion, bei Libyen hat der durch CIA gesteuerte Terroranschläge induzierte Krieg nicht ganz so gewirkt, so dass die NATO nachbomben musste. Ägypten läuft aus dem Ruder. Bei Syrien und dem Iran wird sich der Ami dann doch nicht trauen, weil er dem Russen ins Gehege kommt.
Kurz, lieber Hr. ProUSrael: Wir sind Zeugen eines globalen "Spieles" und da läuft mehr im Verborgenen, als uns die gleichgeschalteten Medien als "Schöne, neue Welt" verkaufen wollen. Hier mischen handfeste geostrategische Interessen mit und Amerika hat den Fokus auf die Ölreserven und auf seine weltpolitischen Stellung. Da deren (US) Stern im Sinken ist (Schulden- und Finanzkrise), wird alles unternommen Russland und China zu schwächen. Sogar unter den Umständen, dass ein dritter Weltkrieg in Kauf genommen wird. Mittlerweile sind die westlichen Demokratien so weit, dass sie ihr Gesellschaftsmodell durch Erpressung, Intrigen, Terror und Bomben anderen aufzwingen wollen.

Account gelöscht!

26.05.2012, 19:43 Uhr

so ein quatsch und jeder der sich 5 minuten mit der thematik beschäftigt weiß das auch.

anders rum wird ein schuh drauß

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