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06.10.2011

18:33 Uhr

US-Finanzminister

"Europas Schuldenkrise gefährdet die Weltwirtschaft"

US-Finanzminister Geithner geht mit den Europäern erneut hart ins Gericht: Ihre Finanzkrise gefährde das globale Wachstum. Mit ihrer Kritik verfolgt die Obama-Administration aber auch ganz eigene Absichten.

US-Finanzminister Geithner. AFP

US-Finanzminister Geithner.

Washington/BerlinDie europäische Schuldenkrise gefährdet nach Ansicht von US-Finanzminister Timothy Geithner die Erholung der Weltwirtschaft von der zurückliegenden Rezession. „Europas langwierige ökonomische und finanzielle Krise hat den Druck auf das globale Wachstum erhöht“, sagte Geithner am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des US-Senats in Washington.  

Er bekräftigte die Haltung der US-Regierung, die Länder der Eurozone müssten ihre Probleme etwa mit der griechischen Überschuldung rasch lösen. Auch US-Präsident Barack Obama machte am Dienstag noch einmal klar, dass die Ereignisse in Europa „sehr reale Folgen für die US-Wirtschaft“ hätten.  

Die USA würden mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) daran arbeiten, „europäische Führer zu ermutigen, entschlossener eine gemeinsame Strategie zur Stabilisierung der Situation umzusetzen“, sagte Geithner weiter. Entscheidend sei, eine Art „finanziellen Schutzschilds“ aufzubauen und die politischen Maßnahmen, die grundlegenden Ursachen für die Krise auch langfristig zu bekämpfen.

Geithner betonte, große US-Banken und Geldmarktfonds hätten ihren Kontakt zu den am schwersten betroffenen Ländern Europas schrittweise reduziert. Doch eine Verschlimmerung der Krise könnte auch das Vertrauen in die USA untergraben und den Konsum schwächen.

Auch US-Präsident Barack Obama hat erneut vor den Gefahren der Schuldenkrise in der Euro-Zone gewarnt. Die Lage in Europa könne "sehr reale" Auswirkungen auf die ohnehin schon schwache Wirtschaft in den USA haben, sagte Obama  am Donnerstag in Washington. Obama nutzte die Krise in Europa als Vorlage, um für sein neues Konjunkturprogramm zu werben: Wegen der Lage in Europa sei es umso wichtiger, dass der US-Kongress sein neues Konjunkturpaket zur Belebung des Arbeitsmarktes verabschiede. "Dieser Job-Plan wird uns vor einem weiteren Abschwung schützen, sollte sich die Lage in Europa  verschlimmern", sagte Obama.      

Obama hatte seine Job-Initiative im Volumen von 447 Milliarden Dollar (333 Milliarden Euro) Anfang September vorgestellt. Kern sind umfangreiche Senkungen von Sozialabgaben für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie Steueranreize für Unternehmen, um neue  Stellen zu schaffen. Außerdem plant der Präsident weitere Investitionen in die Infrastruktur des Landes.      

Das Vorhaben werde das Wachstum ankurbeln und Menschen neue Arbeit geben, sagte Obama am Donnerstag. Der Präsident unterstrich, dass die Reichen ihren Teil zur Finanzierung des Konjunkturpakets beitragen müssten. Obamas Demokraten im Senat hatten  Mittwoch eine Millionärssteuer vorgeschlagen, um für die Job-Initiative zu bezahlen. Demnach sollen alle Bürger, die mehr als eine Million Dollar jährlich verdienen, eine fünfprozentige Sonderabgabe leisten.      

Der Senat stimmt in der kommenden Woche über Obamas Initiative ab. Die Chancen, dass der American Jobs Act wie vom Präsidenten vorgelegt in Gesetzesform gegossen wird, sind aber gering. Die Republikaner, die im Repräsentantenhaus über eine Mehrheit  verfügen und Abstimmungen im Senat blockieren können, lehnen Steuererhöhungen kategorisch ab und stehen staatlichen Konjunkturmaßnahmen sehr skeptisch gegenüber.      

Angesichts schlechter Umfragewerte wegen der hohen Arbeitslosigkeit muss Obama um seine Wiederwahl im November 2012 fürchten. Die Zustimmung zu seiner Politik sank einer in dieser Woche vorgelegten Erhebung der "Washington Post" und des TV-Senders ABC zufolge auf eine Rekordtief von 42 Prozent.

Kommentare (24)

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Malocher

06.10.2011, 18:16 Uhr

Aber Aber doch nicht EUROPA DENKEN sie doch mal N A C H! ach sie K O M M E N nicht drauf. Dann schauen sie doch mal die BANKEN in ihrem Land genau an und die hier dann WISSEN sie wer die WIRTSCHAFT AUSBREMST.Glauben sie nicht.Dann Laden sie mal ein paar Demostranten aus NY ein die ERKLÄREN ihnen GENAU was SACHE ist.Merkel und Konsorten können sich in Nord Korea VERSTECKEN sie NIRGENS

Winnfield

06.10.2011, 18:20 Uhr

Da spielen die Pyromanen wieder mal Brandschutzbeauftragte. Falls Geithner es schon wieder vergessen hat: Ursächlich für das ganze Schlamassel ist war die laxe Kreditvergabepraxis der US-Banken, da ja jeder Amerikaner nach dem Willen verschiedener Präsidenten Hausbesitzer werden sollte - auch wenn er weder Einkommen noch Vermögen besaß, um die Kreditaufnahme stemmen zu können. Das Ganze wurde noch potenziert durch den manischen Zwang zum Konsum auf Pump. Und mit Hilfe der Verbriefung dieser Forderungen (an und für sich sind Verbriefungen ja nichts schlechtes - allerdings sollte man, wie bei deutschen Hypothekenpfandbriefen, schon ein wenig auf die Qualität achten.) hat man das ganze Übel über die Welt verstreut. Also, kein Grund für Timmy G., die Backen aufzublasen ....

Account gelöscht!

06.10.2011, 18:34 Uhr

Interessiert sich wirklich irgendjemand für die Meinung Herrn Geithners?

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