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14.09.2014

11:54 Uhr

US-Geheimdienst

NSA soll Zugang zum Telekom-Netz haben

Einem Medienbericht zufolge verfügen sowohl die NSA als auch der britische Nachrichtendienst GCHQ über Zugänge zum Telekom- und Netcologne-Netz. Das soll aus Dokumenten von Edward Snowden hervorgehen.

NSA soll Telekom-Zugang zur technischen Überwachung nutzen. dpa

NSA soll Telekom-Zugang zur technischen Überwachung nutzen.

BerlinDer US-Geheimdienst NSA und der britische Nachrichtendienst GCHQ verfügen einem „Spiegel“-Bericht zufolge über verdeckte Zugänge in die Netze der Deutschen Telekom und des Kölner Anbieters Netcologne. Diese Zugangspunkte dienten der technischen Überwachung, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf geheime Dokumente aus dem Archiv des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden.

Es verweist auf ein NSA-Programm mit dem Namen „Treasure Map“, mit dem das komplette Internet kartografiert werden solle. Ziel sei es, jedes mit dem Internet verbundene Gerät, „überall, jederzeit“ sichtbar zu machen, zitiert das Magazin aus einer Präsentation. Das Programm diene unter anderem der „Planung von Computerattacken“ und der „Netzwerk-Spionage“.

Dem Bericht zufolge wollten sich NSA und GCHQ dazu nicht äußern. Die Telekom und Netcologne gaben demnach an, Nachforschungen betrieben, aber bislang keine verdächtigen Vorrichtungen oder Datenverkehre festgestellt zu haben. „Der Zugriff ausländischer Geheimdienste auf unser Netz wäre völlig inakzeptabel“, sagte Telekom-Sicherheitschef Thomas Tschersich dem Magazin.

Wo die NSA im Ausland spioniert hat

Frankreich

Für Empörung sorgt diese Woche ein Bericht der französischen Tageszeitung „Le Monde“, wonach die NSA allein innerhalb eines Monats – zwischen dem 10. Dezember 2012 und dem 8. Januar 2013 – 70,3 Millionen Telefonverbindungen in Frankreich überwachte. Bereits Anfang Juli hatte der britische „Guardian“ berichtet, der Geheimdienst habe unter anderem Frankreichs diplomatischen Vertretungen in Washington und bei den Vereinten Nationen in New York ausgespäht. Im September berichtete der „Spiegel“ auch von Spähangriffen gegen das französische Außenministerium in Paris.

USA

Die „Washington Post“ und der „Guardian“ berichten Anfang Juni, die NSA und die US-Bundespolizei FBI würden auf Serverdaten der großen Internetkonzerne wie Yahoo, Facebook, Google und Microsoft zugreifen. Der Name des geheimen Überwachungsprogramms: Prism.

Großbritannien

Der „Guardian“ berichtet Mitte Juni unter Berufung auf die Snowden-Dokumente, der britische Geheimdienst habe vor vier Jahren Delegierte von zwei in London stattfindenden G-20-Treffen ausgespäht. Ziele waren demnach die Delegationen Südafrikas und der Türkei. Die NSA soll bei der Gelegenheit versucht haben, ein Satelliten-Telefongespräch des damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew nach Moskau abzuhören.

EU und Uno

In seiner Ausgabe vom 1. Juli berichtet der „Spiegel“, die NSA habe in EU-Vertretungen in Washington, New York und Brüssel unter anderem Wanzen installiert. Auch sollen interne Computernetzwerke infiltriert worden sein. Ende August berichtet der „Spiegel“, die NSA habe auch die Zentrale der Vereinten Nationen in New York ausspioniert. Dem Geheimdienst gelang es demnach, in die interne Videokonferenzanlage der Uno einzudringen.

Brasilien

Der brasilianische Sender „Globo“ berichtet Anfang September, die NSA habe Telefonate und Internetkommunikation von Staatschefin Dilma Rousseff und ihren Mitarbeitern überwacht. Auch Unternehmen wie der Ölkonzern Petrobras und Millionen brasilianischer Bürger sollen ausgespäht worden sein. Verärgert verschiebt Rousseff einen für Oktober geplanten Staatsbesuch in den USA auf unbestimmte Zeit.

Mexiko

Der „Spiegel“ berichtet diese Woche, schon 2010 sei es einer NSA-Spezialabteilung gelungen, in das E-Mail-Konto des damaligen mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón einzudringen. Calderóns Nachfolger Enrique Peña Nieto forderte Anfang September Erklärungen von den USA, nachdem Globo berichtet hatte, die NSA habe ihn während des Wahlkampfs 2012 ausgespäht.

China

In einem Interview mit der Zeitung „South China Morning Post“ aus Hongkong gibt Snowden an, die NSA hätten chinesische Mobilfunk-Konzerne gehackt und Millionen von SMS ausgespäht. Demnach verübte die NSA auch Cyber-Attacken auf die Tsinghua-Universität in Peking. Dort sind sechs zentrale Netzwerk-Schaltstellen untergebracht, über die Chinas gesamter Internetverkehr läuft.

„Wir gehen jedem Hinweis auf eine mögliche Manipulation nach. Zudem haben wir die deutschen Sicherheitsbehörden eingeschaltet.“

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Eric Boule

15.09.2014, 17:35 Uhr

Die amerikanische NSA und das britische GCHQ haben offenbar Zugriff auf das Netz der Deutschen Telekom+andere Firmen.Das bedeutet das alle Telefongespraeche abgehoert+gespeichert werden koennen,inkl. von Politikern,Geschaeftsleuten,Wissenschaftlern,Geheimdienstlern, Entscheidungstraegern.Das ist hoechst unwuenschenswert fuer den deutschen Staat+verursacht jaehrlich minimal 60 Milliarden an WirtschaftsSchaden (200 Milliarden fuer die ganze EU). Diese Ueberwachungsprogramme sind ein Spiegel der Aussenpolitik dieser Laender,mit anderen Worten wenn man im Ausland viel Aggression ausuebt,hat man ueberall,selbst in seinem eigenen Land viel zu fuerchten. Fuer CDU als groessten USA-Freund+Schutzherr deutscher Industrie muss das sehr peinlich sein.Spionagefreudige Staaten muss man verbieten sich zu nahe an Parlamentgebaeuden+Finanzzentren niederzulassen+deren Gebaeuden mit riesigen Stoeranlagen umhuellen.In Kommunikationsmittel+Internet+Vernetzungen+ Digitalinfrastruktur muss die EU selbststaendig werden,und wenn man andere US-OpferLaender (China,Russland,Rest Asien,Afrika,SuedAmerika) dafuer gewinnen kann,ist mit einem Schlag die US-Hegemonie vorbei.Dies alles laesst das Schlimmste vermuten fuer den Freihandelsvertrag worin man eingezwungen wird+woran keine Kritik geuebt werden darf.Wichtige wirtschaftliche EUGesetze werden ausser Kraft gesetzt.EU wird total USGrosskonzernen+USWallstreetbanken ausgeliefert

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