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13.06.2013

03:41 Uhr

US-Geheimdienst

Stellvertretender CIA-Chef nimmt seinen Schlapphut

Michael Morell, stellvertretender Direktor des CIA, ist zurückgetreten. Er stand unter scharfer Kritik - aber nicht wegen des Skandals um das Sammeln von Telefon- und Internetdaten. Nun kommt eine Frau auf den Posten.

Michael Morell (Archivfoto) verlässt seinen Posten als Stellvertretender CIA-Chef. ap

Michael Morell (Archivfoto) verlässt seinen Posten als Stellvertretender CIA-Chef.

WashingtonDer stellvertretende CIA-Direktor Michael Morell ist zurückgetreten. Das teilte der Chef des Geheimdienstes, John Brennan, am Mittwoch in Washington mit. Er wird durch Avril Haines ersetzt.

Morell war wegen Äußerungen zu Verhörmethoden der CIA und im Zuge der hitzigen Debatte um die Informationspolitik der Regierung zum Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi vergangenes Jahr in die Kritik geraten. Nach dem Rücktritt des früheren CIA-Chefs David Petraeus wegen einer außerehelichen Affäre hatte Morell den Geheimdienst zunächst kommissarisch geleitet, bis er von Brennan abgelöst wurde.

Mit der Juristin Haines wurde erstmals eine Frau auf den Posten des Vizechefs des US-Auslandsgeheimdienstes CIA berufen. Die 43-Jährige war bislang Beraterin von Präsident Barack Obama und Rechtsberaterin für den Nationalen Sicherheitsrat, wie Regierungsvertreter am Mittwoch in Washington mitteilten.

Haines kommt von außen, hat aber in der Vergangenheit eng mit dem jetzigen CIA-Direktor John Brennan zusammengearbeitet. Vor ihrer Arbeit im Weißen Haus hatte Haines als Rechtsberaterin in Vertragsfragen für das Außenministerium gearbeitet und die USA bei internationalen Verhandlungen vertreten.

Eines der wichtigsten Themen für Haines und Brennan dürften die neuen Richtlinien für den vielfach kritisierten Einsatz von Drohnen sein. Die unter Federführung der CIA ausgeführten Drohnenangriffe laufen seit 2004, wurden aber unter Obamas Regierung intensiviert.

Der Präsident bezeichnete die Angriffe zuletzt als legal, erließ aber zugleich strengere Richtlinien für den Einsatz der Drohnen. Dazu zählt, dass die Angriffe nur dann erfolgen dürfen, wenn damit ein unmittelbar bevorstehender Anschlag verhindert werden kann.

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