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01.02.2012

00:27 Uhr

US-Geheimdienst

Topspion warnt vor Terror aus Iran

Al-Kaida bedroht die USA immer noch, auch wenn das Terrornetz nach Bin Ladens Tod geschwächt scheint. Im jährlichen Bericht der US-Geheimdienste kristallisiert sich aber eine Gefahrenquelle für die USA heraus: der Iran.

Ein Soldat der US-Nationalgarde bewacht einen Flughafen. ap

Ein Soldat der US-Nationalgarde bewacht einen Flughafen.

WashingtonDer Iran ist nach Einschätzung der US- Spionagebehörden bereit, Terrorattacken auf amerikanischem Boden zu veranlassen, sollte er sich von den USA und dessen Verbündeten bedroht fühlen. Das im vergangenen Jahr aufgedeckte Komplott zur Ermordung des saudischen Botschafters in Washington stehe für eine neue aggressive Bereitschaft innerhalb der Teheraner Führung, Angriffe gegen die USA zu starten, sagte US- Geheimdienstdirektor James Clapper am Dienstag in einer Kongressanhörung weiter.

In dem Hearing ging es insgesamt um die Frage, wie die US-Geheimdienste die globale Bedrohungslage bewerten. Die Einschätzung wird alljährlich gegeben, diesmal war es der erste Bericht nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden Anfang Mai 2011.

Das Komplott gegen den Botschafter zeige, „dass einige iranische Offizielle - darunter wahrscheinlich Staatsoberhaupt Khamenei - ihr Kalkül geändert haben und jetzt stärker bereit sind, eine Attacke in den USA als Antwort auf tatsächliche oder vermeintliche Handlungen auszuführen, die das Regime bedrohen“, erklärt Clapper in seiner schriftlichen Aussage vor dem Geheimdienstausschuss des Senats. „Wir sind auch besorgt, dass der Iran Komplotte gegen die USA oder alliierte Einrichtungen in Übersee schmieden könnte.“

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Während seiner mündlichen Befragung signalisierte Clapper nach Angaben der „Washington Post“ das amerikanische Interesse, eine militärische Konfrontation mit dem Iran zu vermeiden und stattdessen den Druck auf das Regime durch immer weitere Sanktionen zu erhöhen. „Unsere Hoffnung ist, dass die Sanktionen ... den Beginn eines Wandels in der iranischen Politik bewirken, was ihr offensichtliches Streben nach atomaren Fähigkeiten betrifft“, zitierte die Zeitung den Geheimdienstdirektor.

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Weiter erklärte Clapper, die Tötung Bin Ladens und andere Schläge hätten die operative Bedeutung des „Kerns“ der Al-Kaida verringert. Die nächsten zwei bis drei Jahre seien für die USA daher hinsichtlich der Terrorbedrohung eine „kritische Übergangsphase“.

Die Geheimdienste erwarteten in dieser Zeit eine weitere „Dezentralisierung“ und „Zersplitterung“, was kleiner angelegte Schläge regionaler Gruppen wahrscheinlicher mache als große mit dem Ziel von Massenopfern. Am wahrscheinlichsten sei dabei nach wie vor, dass Attacken gegen internationale Ziele vom Al-Kaida-Arm im Jemen ausgingen, obwohl dessen Angriffsfähigkeiten durch die Tötung des Hasspredigers Anwar al-Awlaki im vergangenen Jahr vorübergehend geschwächt worden seien.

Von

dpa

Kommentare (7)

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AnsgarH

01.02.2012, 02:08 Uhr

Das aufgedeckte Komplott gegen den saudischen Botschafter? Sie meinen die globale Lachnummer, wo letztlich sogar von amerikanischer Seite offiziell bestätigt wurde, dass der Iran nichts mit der Sache zu tun hatte?
Dieser Artikel zählt wirklich zur Kriegs-Propaganda der untersten Kategorie. Liebes Handelsblatt, warum lasst ihr euch so instrumentalisieren?

topsenti

01.02.2012, 03:58 Uhr

Wunderschöne Lachnummer! Gelegenheit für Sentimentalität..! Rückkehr in die Stories der 1970er Jahre oder früher, als es noch reale Optionen für "Top-Spione" (what-ever-that-is!) gab: Ost-West-Konflikte. Verläuft sich heute wahrscheinlich eher im Nichts, nicht einmal im Sand politischen Getriebes durch mediale Dauerpräsenz und kürzeste Informationswege...

Account gelöscht!

01.02.2012, 04:41 Uhr

Da war doch schon Mal was. Hatte der CIA nicht auch festgestellt, dass Saddam über große Mengen von chemischen Waffen verfügte und auf dem Weg war Atomwaffen zu produzieren?

Die Amis brauchen den Krieg gemeinsam mit Israel. Die Amis haben abgewirtschaftet. Sie sind keine Weltmacht mehr, aber sie klammern sich nach wie vor daran. Die USA sind ein Koloss auf tönernen Füßen, wobei diese Erkenntnis nicht von mir sonder von Peter Scholl-Latour stammt.

Mit einem Angriff auf den Iran würden sich die USA eine weitere Niederlage einhandeln. Erinnern wir uns, seit Ende des zweiten Weltkrieges haben die Amis in jeder bewaffneten Auseinandersetzung den Arsch richtig voll bekommen. Gewinnen können die nur im Film aber nicht in der Realität.

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