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06.01.2017

10:05 Uhr

US-Geheimdienste

Trumps Glaubenskampf

VonMoritz Koch

Die Sympathien Donald Trumps für Wikileaks und sein Feldzug gegen die CIA belasten seine Präsidentschaft, bevor sie überhaupt begonnen hat. Heute unternehmen die Geheimdienste einen neuen Anlauf, ihn zu überzeugen.

Am Freitag wollen die Geheimdienste einen neuen Anlauf unternehmen, den künftigen US-Präsidenten von ihren Erkenntnissen über russische Hackerattacken zu überzeugen. Reuters

Donald Trump

Am Freitag wollen die Geheimdienste einen neuen Anlauf unternehmen, den künftigen US-Präsidenten von ihren Erkenntnissen über russische Hackerattacken zu überzeugen.

WashingtonWie schnell sich Feindbilder verändern können: Es ist nicht lange her, da wurde Wikileaks-Gründer Julian Assange in konservativen US-Kreisen als Hochverräter verdammt. Donald Trump nannte das Enthüllungsportal „verabscheuenswert“ und forderte „die Todesstrafe oder so was“. Heute – als künftiger US-Präsident – führt Trump Wikileaks als verlässliche Informationsquelle an. Mit der Veröffentlichung von belastenden E-Mails aus dem Umfeld von Hillary Clinton scheint sich Assange rehabilitiert zu haben.

Trump hat sich inzwischen andere Gegner gesucht. Auf Twitter führt er einen Kleinkrieg gegen die Geheimdienste, die ihm schon sehr bald unterstellt sein werden, allen voran die CIA. Die US-Spione haben keinen Zweifel daran, dass es die Russen waren, die Assange das Datenmaterial für seine Anti-Clinton-Kampagne geliefert haben. Trump sieht in dieser Einschätzung den Versuch, seinen Wahlsieg zu delegitimieren. Er streitet die russische Einflussnahme ab, Assange dient ihm als Kronzeuge.

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Die bizarre Allianz zwischen dem Staatsfeind und Oberkommandierenden in spe belastet die Trump-Präsidentschaft, bevor sie begonnen hat. Auch vielen Republikanern ist die Sache nicht geheuer. Am Donnerstag schlossen sie sich den Mahnungen der Demokraten an, die russischen Cyberangriffe ernst zu nehmen. Und forderten Vergeltung.

Die von der scheidenden Regierung verhängten Sanktionen, etwa die Ausweisung von 35 russischen Diplomaten, geht republikanischen Hartlinern wie Lindsey Graham, Senator aus South Carolina, nicht weit genug. „Was Obama getan hat, ist einen Kiesel zu werfen“, sagte er. „Ich will einen Felsen werfen.“ Soll heißen: weitere, noch schärfere Strafen.

Damit geht der Kongress auf Konfrontationskurs zu Trump. Dieser hofft schließlich auf eine Verständigung mit Russland, auf ein Arrangement, das in eine gemeinsame Allianz gegen den islamistischen Terrorismus münden soll. „Es ist Zeit, nach vorne zu blicken“, meint Trump.

Der Konflikt über die Russland-Politik dürfte zu einem frühen Test der komplizierten Beziehung zwischen Trump und dem republikanischen Establishment werden.

Kommentare (22)

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Herr Heinz Keizer

06.01.2017, 10:15 Uhr

Warten wir mal ab, ob Trump nächstes Jahr auch noch für Wikileaks ist.

x y

06.01.2017, 10:23 Uhr

Na das ist ja interessant...

Die ganze Presselandschaft kritisiert Trump und Russland, dabei haben die USA russische Diplomaten ohne Beweise des Landes verwiesen.

Und gehen wir mal davon aus, dass die Beweise klar sind und Russland alles gehackt hat.
Ändert das etwas an der Kriminalität von Hillary Clinton und Ihrem Mafia-Verein?
Die E-Mails kann jeder auf wikileaks lesen. Wenn diese von einem normalen Menschenverstand gelesen werden, so spielt es keine Rolle mehr wer gehackt hat...

Das tragische an der ganzen Geschichte ist doch die Tatsache, dass die Leute die auf Russland zeigen, sich niemals mit den E-Mails auseinandergesetzt haben.

Na ja, jedes Volk verdient die eigenen Politiker und wenn ich an Deutschland, Merkel, große Koalition, etc. denke, dann sage ich nur, wenn die deutschen Politiker die deutschen Bürger enttäuschen werden (was 100% der Fall sein wird), so wird man auf die Russen zeigen, auf die Moslems, auf die globale Lage, auf das Wetter...

Herr Tom Schmidt

06.01.2017, 10:58 Uhr

Also falls es Beweise geben sollte, dann sind doch diese genau auf dem Weg erbracht worden, der dann für die Russen als illegitim dargestellt wird. Es bleibt dabei: solange Russland nicht die Wahlmaschinen manipuliert, sondern nur reale Dinge veröffentlicht, kann man ihnen nichts vorwerfen. Worüber will sich Clinton denn beschweren? Das sie beim Besch... besch... wurde? Ist das ihre Vorgehensweise oder die von Putin?

Hätten sie und ihre Gang Sanders nicht hintenrum kaltgestellt, wäre der heute der kommende US Präsident!

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