Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.08.2014

07:11 Uhr

US-Handelspolitik

Obama will Milliarden in Afrika investieren

US-Außenminister Kerry ist sich sicher, dass Afrika großes Potential hat. Mit Afrikas Boomländern wollen die USA ihre Handelsbeziehungen verstärken. US- Präsident Obama verspricht Investitionen in Milliardenhöhe.

US-Charmeoffensive: Außenminister John Kerry (3. v. r.) bei einer Pressekonferenz am vierten August 2014 auf dem USA-Afrika-Gipfel in Washington D.C. AFP

US-Charmeoffensive: Außenminister John Kerry (3. v. r.) bei einer Pressekonferenz am vierten August 2014 auf dem USA-Afrika-Gipfel in Washington D.C.

WashingtonDie USA wollen im internationalen Wettrennen um den Boom in Afrika aufholen und mehr Geld in den Kontinent stecken. Rund 33 Milliarden Dollar würden amerikanische Konzerne in den nächsten Jahren investieren, kündigte Präsident Barack Obama am Dienstag auf einem Wirtschaftsforum in Washington an. Zuvor unterzeichnete er eine Verfügung, die die Schaffung eines Beraterstabs mit Vertretern der Privatwirtschaft vorsieht. Er soll das Weiße Haus mit Strategien für bessere Handelsbeziehungen zu Afrika versorgen.

Auf dem Kontinent sind Experten zufolge sechs der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt zu Hause, in etlichen Ländern gibt es eine rapide wachsende Mittelschicht mit wachsender Kaufkraft. Doch sei das US-Handelsvolumens mit dem ganzen Kontinent in etwa so groß wie jenes mit Brasilien, sagte Obama. Lediglich rund ein Prozent der amerikanischen Exporte landeten in Afrika südlich der Sahra. „Wir müssen besser werden, viel besser“, erklärte er. „Ich will, dass Afrikaner mehr amerikanische Produkte kaufen und Amerikaner mehr afrikanische Produkte kaufen.“

Neben den USA haben jedoch längst andere Akteure auf der Weltbühne das ökonomische Potenzial Afrikas erkannt, allen voran Europa, Indien und China. Vor allem die Volksrepublik hungert nach den reichen Öl- und Gasvorkommen des Kontinents und investiert dort in den Bau der für deren Export nötigen Straßen, Brücken und Häfen.

Obama schien vor diesem Hintergrund bemüht, den afrikanischen Staaten die USA als besseren Handelspartner als China schmackhaft zum machen. „Wir blicken nicht nur wegen den Rohstoffen auf Afrika. Wir erkennen Afrika wegen seiner größten Ressource an - seinen Menschen, seinen Talenten und seinem Potenzial“, erklärte er.

Das Wirtschaftsforum war Teil eines bisher einzigarten Gipfels in Washington, an dem fast 50 afrikanische Staatschefs teilnahmen. Auch rund 100 US-Konzerne waren am Dienstag vertreten. Von Unternehmen soll denn auch knapp die Hälfte der geplanten Investitionsgelder - rund 14 Milliarden Dollar - fließen.

So hat Coca-Cola fünf Milliarden Dollar für Produktionsanlagen und Ausrüstung in Aussicht gestellt, zwei Milliarden Dollar sollen bis 2018 von General Electrics kommen. IBM will der ghanaischen Fidelity Bank 66 Millionen Dollar für die Ausweitung von Technologiediensten bereitstellen.

Weitere zwölf Milliarden Dollar sollen nach dem Willen Obamas vom privaten Sektor, der Weltbank und der schwedischen Regierung in seine sogenannte Power-Africa-Initiative fließen. Das Programm hatte er im vergangenen Sommer mit dem Ziel aus der Taufe gehoben, mindestens 20 Millionen Haushalte auf dem Kontinent mit Strom zu versorgen. Neue Zielmarke sei mit der Geldspritze nun 60 Millionen Haushalte und Unternehmen, erklärte Obama.

Von

ap

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Margrit Steer

06.08.2014, 10:51 Uhr

Obama ist machthungrig, er will die ganze Welt im Griff haben.
Mals sehen, wie das endet

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×