Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.11.2011

21:17 Uhr

US-Haushalt

Schuldenlage deutlich besser als im Vorjahr

Um den US-Haushalt steht es jetzt besser als vor einem Jahr. Seit dem Schuldenstreit im Sommer und der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit führt US-Präsident Obama einen Sparkurs. Die Schuldenlage ist aber noch angespannt.

US-Finanzminister Timothy Geithner Reuters

US-Finanzminister Timothy Geithner

Washington Die US-Regierung hat das Haushaltsjahr im Oktober mit einem deutlich kleineren Defizit begonnen als im Vorjahr. Es betrug 98,5 Milliarden Dollar (mehr als 70 Milliarden Euro), wie das Finanzministerium am Donnerstag bekanntgab. Im Oktober 2010 lag das Defizit bei 140,4 Milliarden Dollar.

Für das gesamte Fiskaljahr 2012 erwartet die US-Regierung ein Defizit von 973 Milliarden Dollar nach dem mit 1,3 Billionen Dollar zweithöchsten Defizit in der US-Geschichte im Vorjahr. 2009 war ein Rekorddefizit von 1,41 Billionen Dollar verzeichnet worden.

Im September hatte die US-Regierung mitgeteilt, sie strebe an das Haushaltsdefizit bis 2014 drastisch zu senken. Das Defizit solle von den für 2011 erwarteten 8,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis 2014 auf 2,7 Prozent sinken, hatte Katherine Abraham vom Wirtschaftsberaterstab des Weißen Hauses in Washington gesagt.

Wegen der massiven Staatsverschuldung hatte die Ratingagentur Standard & Poor's den USA im August erstmals die Bestnote AAA entzogen. Zudem wurde der Ausblick für die Kreditwürdigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt negativ bewertet.

Die US-Regierung hatte ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr gesenkt. Das Präsidialamt in Washington sagte im September man gehe in diesem Jahr nur noch von einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 Prozent aus. Im Februar hatte die Regierung von Präsident Barack Obama noch mit einem Wachstum von 2,6 Prozent kalkuliert.

Das Präsidialamt räumte ein, dass die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten nach der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor's Spuren hinterlassen hätten. Durch den Sparkurs gehe aber das Haushaltsdefizit schneller zurück als bisher erwartet: Die US-Regierung peilt 8,8 Prozent des BIP an nach zuvor 10,9 Prozent.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.11.2011, 23:35 Uhr

Sorry, ein wichtiger Punkt ist im Artikel falsch dargestellt: "..Wegen der massiven Staatsverschuldung hatte die Ratingagentur Standard & Poor's den USA im August erstmals die Bestnote AAA entzogen..." Nein - wenn ich die Abstufungsbegründung richtig verstanden habe, ging es keineswegs um die Höhe der Staatsverschuldung (die niedriger liegt als die Frankreichs), sondern nur darum, das die US_Politiker sich nicht über eine Lösung der verfassungsmässigen Schuldenbegrenzung einigen konnten - was dazu führen kann, das der Staat trotz einer besseren Lage als viele europäische Staaten durch den verfassungsgemässen Schutz der Bevölkerung gegen zu hohe Ausgaben der Politiker zahlungsunfähig werden kann, weil er einfach nicht mehr ausgeben darf und die Opposition Steuererhöhungen bremsen kann (und es auch tut)

Koboldo

11.11.2011, 07:33 Uhr

Es fällt mir schwer, politische Äußerungen ernst zu nehmen, vor allem, wenn sie aus den USA kommen...

KoboldoFan

11.11.2011, 22:32 Uhr

Dann nehmen Sie bitte russische Äusserungen zur Zukunft Europas Freizügigkeit in der Zukunft um so ernster. Das fällt Ihnen dann sicher leichter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×