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03.09.2014

10:41 Uhr

US-Journalist getötet

Enthauptungs-Video der IS ist echt

Die USA haben das Video von der Enthauptung des Journalisten Steven Sotloff durch die Extremisten der Gruppe Islamischer Staat als authentisch eingestuft. Zuerst kursierte das entsprechende Bildmaterial im Internet.

Deutsche Islamisten im Irak

Forderung: Ausbürgerung deutscher IS-Terroristen

Deutsche Islamisten im Irak: Forderung: Ausbürgerung deutscher IS-Terroristen

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DubaiDie Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat erneut eine amerikanische Geisel getötet. Der Reporter Steven Sotloff wurde aus Rache für die US-Luftangriffe im Irak vor laufender Kamera enthauptet, wie das US-Forschungsinstitut Site, das weltweit Terrorgruppen beobachtet, am Dienstag unter Berufung auf ein vorliegendes Video mitteilte. Die Islamisten warnen demnach in dem Video andere Staaten, zusammen mit den USA gegen die Miliz vorzugehen. Die USA haben die Authenzität des Videos am Morgen bestätigt.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, hatte vorher noch mitgeteilt, dass die USA viel Zeit und Ressourcen aufgewendet hätten, um Sotloff aus der Geiselhaft zu befreien. Eine Kommandoaktion in Syrien war aber vor einigen Monaten gescheitert.

Der sunnitische IS hat weite Teile Syriens und des Iraks unter seine Kontrolle gebracht und wird auch für Taten wie Kreuzigungen oder Amputationen verantwortlich gemacht. Im August veröffentlichte die Gruppe ein Video, auf dem die Enthauptung des US-Journalisten James Foley zu sehen sein soll.

Auch Sotloff, der als freier Journalist für „Time“ und das „Foreign Policy“-Magazin gearbeitet hatte, war in dem Video von der Enthauptung Foleys in einem orangen Overall gekleidet zu sehen gewesen. Die Kämpfer hatten darin gedroht, auch ihn zu töten, sollten die USA ihre Luftangriffe auf den Irak nicht einstellen.

Die Kurden im Irakkonflikt

Wie viele Kurden gibt es im Irak?

Von den fast 33 Millionen Einwohnern des Iraks sind rund 15 bis 20 Prozent Kurden. Sie stellen neben den arabischen Schiiten und Sunniten die dritte große Volksgruppe im Land. Die meisten Kurden leben im Norden des Landes, wo sie in ihrer Autonomieregion große Unabhängigkeit genießen. Dort haben sie ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung.

Wie ist die Lage in den kurdischen Gebieten?

Während die Sicherheitslage im restlichen Teil des Iraks seit Jahren äußerst schwierig ist, galten die kurdischen Autonomiegebiete bisher als Insel der Stabilität. Die kurdische Hauptstadt Erbil erlebt seit Jahren einen Bauboom. Viele ausländische Firmen nutzen Erbil, um Geschäfte im Irak zu machen.

Welche Rolle spielen Kurden im Konflikt mit IS?

Nach ihrem Vormarsch ist die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) zuletzt jedoch näher an die Autonomiegebiete herangerückt. IS-Extremisten vertrieben kurdische Einheiten nördlich und westlich der Stadt Mossul. Die betroffenen Gebiete gehören zwar nicht zur kurdischen Autonomieregion, werden aber von den Kurden beansprucht. Als die irakischen Truppen nach Beginn des IS-Vormarsches Anfang Juni flohen, übernahmen dort zunächst die kurdischen Peschmerga die Kontrolle.

Welche Ziele verfolgen die Kurden?

Die Kurden wollen die verlorenen Gebiete zurückerobern und erhalten dafür Waffen von den USA. Unterstützt werden sie auch von Kämpfern der verbotenen türkischen PKK und deren syrischen Ableger.

Unterstützen Kurden den irakischen Staat?

In der irakischen Machtverteilung steht den Kurden der Posten des Staatschefs zu. Zuletzt trieb der Präsident der Autonomiegebiete, Massud Barsani, jedoch die Unabhängigkeit voran, ein alter Traum der Kurden. Im Machtkampf in Bagdad gehört Barsani zu den schärfsten Kritikern des bisherigen Regierungschefs Nuri al-Maliki.

In dem am Dienstag veröffentlichten Video unter dem Titel „Eine zweite Botschaft an Amerika“ wurde ein Mann, bei dem es sich um Sotloff handeln soll, in einem ähnlichen orangen Overall vorgeführt und anschließend enthauptet. Sotloff hat jahrelang aus dem Nahen Osten berichtet und war im August 2013 in Syrien verschwunden.

Das Institut Site veröffentlichte auch eine Mitschrift des Videos. Demnach richtete der mutmaßliche Täter eine Warnung direkt an den US-Präsidenten, die Militärangriffe im Irak gegen den IS zu unterlassen: „Ich bin zurück, Obama. Und ich bin zurück wegen Deiner arroganten Außenpolitik gegenüber dem Islamischen Staat“, sagt er demnach. „So wie Deine Raketen weiterhin unsere Leute treffen, wird unser Messer weiter die Nacken Deiner Bürger treffen.“ Wie auch Foley habe Sotloff vor seiner Hinrichtung eine anti-westliche Botschaft abgegeben.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, nannte die Berichte über Sotloffs Tod entsetzlich. Die Authentizität des Videos werde schnellstmöglich überprüft. Sollten sich die Angaben bestätigen, würden die USA die Tat als Terrorakt betrachten.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.09.2014, 11:20 Uhr

So fatal es ist: aber es ist Krieg. Menschen werden zerfetzt, erschlagen, erschossen, das Innere zum Äußeren durch Granaten und Raketen gewendet, und bescheuerte Gläubige köpfen Geiseln und machen sich so richtig unbeliebt. Ich weiss nicht was anderes erwartet wird... im Krieg. Kinder, Frauen, Männer, alte und junge Menschen sterben auf unterschiedlichste Weise; für meist andere mächtige Leute ihre Interessen.

Herr Wolfgang Trantow

03.09.2014, 14:10 Uhr

Wo bleibt xdr Aufschrei unserer Islamunterstützer: Gauck, Wulff, Käßmann????

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