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22.09.2011

06:49 Uhr

US-Justiz

Troy Davis in den USA hingerichtet

Das umstrittene Todesurteil gegen Troy Davis ist in der Nacht vollstreckt worden. Trotz großer Proteste und dem Anrufen des US Surpreme Courts konnte die Urteilsvollstreckung nicht mehr verhindert werden.

Troy Davis hingerichtet

Video: Troy Davis hingerichtet

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JacksonUngeachtet weltweiter Gnadenappelle ist der wegen Mordes verurteilte Afroamerikaner Troy Davis hingerichtet worden. Der 42-Jährige wurde am Mittwochabend um 23.08 Uhr Ortszeit (Donnerstag, 05.08 Uhr MESZ) in einem Gefängnis in Jackson im US-Bundesstaat Georgia mit einer Giftspritze getötet, wie die Gefängnisverwaltung mitteilte. Zuvor hatte das Oberste Gericht der USA einen Antrag auf den Stopp der Hinrichtung abgelehnt.

Die Verteidiger hatten sich am Mittwoch zunächst an die Justiz in Georgia gewandt, um unter Verweis auf neue Beweise zur Entlastung ihres Mandanten den Stopp der Hinrichtung zu erreichen. Nachdem die Gerichte den Antrag abwiesen, riefen die Verteidiger den Supreme Court in Washington an - weniger als anderthalb Stunden vor der für 19.00 Uhr (Ortszeit) geplanten Hinrichtung. Das Gefängnis wartete die Entscheidung der neun Richter ab, die den Antrag gegen 22.30 Uhr schließlich ebenfalls abwiesen.

Nach Angaben von Augenzeugen beteuerte Davis noch kurz vor seinem Tod seine Unschuld. Der Mord an dem Polizisten Mark MacPhail 1989 „war nicht meine Schuld, ich hatte keine Waffe“, sagte er laut einer Journalistin.„An die, die mir das Leben nehmen wollen, möge Gott Euch segnen.“

Davis war 1991 wegen der Erschießung des 27-jährigen weißen Polizisten und Familienvaters zum Tode verurteilt worden. Sein Fall gilt als einer der umstrittensten Justizfälle der USA. Eine Tatwaffe, DNA-Spuren oder Fingerabdrücke, die auf ihn als Täter hingedeutet hätten, wurden nie gefunden. Sieben von neun Zeugen, die ihn als Täter genannt hatten, zogen ihre Aussagen zurück. Einige von ihnen sagten, sie seien von Polizisten zu den Aussagen gezwungen worden.

Vor dem Gefängnis in Georgia harrten am Mittwoch hunderte Unterstützer aus. Nachdem zwischenzeitlich Hoffnung aufkam, das Oberste Gericht würde die Hinrichtung stoppen, wurde die Menge nach der Entscheidung der Richter still. Verwandte von Davis schmiegten sich aneinander und weinten. „Das ist eine Gräueltat. Niemand kann einen Menschen ohne handfeste Beweise hinrichten, es gibt nur Augenzeugen“, sagte der Menschenrechtsaktivist Al Sharpton.

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