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03.03.2017

06:38 Uhr

US-Justizminister

Trump spricht von „Hexenjagd“ gegen Sessions

US-Justizminister Sessions steht wegen Treffen mit dem russischen Botschafter in der Kritik. Er reagiert und will sich aus Ermittlungen heraushalten. Präsident Donald Trump greift über Twitter die Demokraten an.

US-Justizminister

Trump sieht „Hexenjagd“ in Kritik an Jeff Sessions

US-Justizminister: Trump sieht Hexenjagd in Kritik an Jeff Sessions

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WashingtonUS-Justizminister Jeff Sessions steht wegen seiner Kontakte zum russischen Botschafter im Wahlkampf in der Kritik. Sessions kündigte an, sich wegen Befangenheit aus Ermittlungen zu einem möglichen russischen Einmischungsversuch in die US-Präsidentschaftswahl herauszuhalten. Er wollte dies jedoch nicht als Schuldeingeständnis werten.

Die Demokraten forderten den Minister zum Rücktritt auf. Präsident Donald Trump sprach ihm sein Vertrauen aus. Die „New York Times“ berichtete unterdessen von einem weiteren Treffen zwischen Vertrauten Trumps und dem russischen Botschafter in den USA, Sergei Kisljak.

Treffen mit dem Botschafter: US-Justizminister Sessions wegen Russland-Kontakten unter Druck

Treffen mit dem Botschafter

US-Justizminister Sessions wegen Russland-Kontakten unter Druck

Bekommt Trump das nächste Russland-Problem? Auch Justizminister Jeff Sessions soll als Senator Kontakt mit dem russischen Botschafter gehabt haben. Erneut wird über den Einfluss des Kremls auf die US-Wahl spekuliert.

Sessions hatte sich noch vor seiner Amtseinführung zweimal mit dem Diplomaten getroffen, verneinte Kontakte zu Vertretern Russlands aber in seiner Anhörung vor dem Senat explizit. Die Befragung im Justizausschuss erfolgte unter Eid. Auch auf eine entsprechende schriftliche Anfrage antwortete Sessions mit „Nein“.

Mit einer Reihe von Twitter-Nachrichten meldete sich Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) zu Wort. Jeff Sessions sei ein ehrlicher Mann und habe nichts Falsches gesagt, schrieb der Präsident darin. „Er hätte seine Antwort genauer darlegen können, es war aber eindeutig keine Absicht“, führte Trump fort. Die oppositionellen Demokraten wollten nur nach der verlorenen Präsidentenwahl das Gesicht wahren und überspannten dabei den Bogen. „Sie haben die Wahl verloren, und nun leiden sie unter Realitätsverlust.“ Das wahre Thema sei die illegale Weitergabe vertraulicher Informationen, twitterte Trump und fügte hinzu: „Es ist eine totale „Hexenjagd!“

Der Justizminister hatte am Donnerstag die Darstellung zurückgewiesen, er habe die Senatoren über die Kontakte getäuscht. „Ich habe mich niemals mit russischen Agenten oder russischen Mittelsmännern zu Trumps Wahlkampf getroffen“, hatte er gesagt. „Und die Vorstellung, ich sei Teil eines „kontinuierlichen Informationsaustauschs“ zwischen Vertretern von Trump und Mittelsmännern der russischen Regierung ist völlig falsch.“

Das sind Trumps Kommunikatoren

Komplexer Kommunikationsapparat

US-Präsident Donald Trump hat im Weißen Haus einen komplexen Kommunikationsapparat zur Verfügung. Nach der Amtsübernahme ist eine genaue Struktur noch nicht klar, aber einige Figuren ragen heraus.

Sean Spicer (45)

Sprecher des Weißen Hauses, früher Sprecher der Republikaner. Er gehört zu denen, die den unmittelbarsten Kontakt zu Medienvertretern haben, fast täglich. Versuchte nach einem Auftritt mit mehreren nachgewiesenen Lügen die Wogen zu glätten. Soll die Politik des Präsidenten erklären. Sein Verhältnis zu Medien und seine Auffassung der Rollen sind noch nicht klar definiert.

Kellyanne Conway (50)

Ursprünglich Meinungsforscherin, jetzt als offizielle Beraterin des Präsidenten gewiefte Vertreterin der Abteilung Attacke. Deutet und verteidigt Trump mit fast maschineller Beharrlichkeit. Schwer zu greifen. Sehr präsent in Talkshows. Gibt den Tagen oft durch morgendliche Auftritte einen Spin mit. War eine der entscheidenden Figuren für Trumps Wahlsieg.

Stephen Bannon (63)

Der Mann für die langen Linien. Ehemaliger Banker, Chef der stramm konservativen Webseite Breitbart, firmiert als Chefstratege. Wird als blitzgescheiter Mann ohne viele Skrupel beschrieben. Kritiker sagen, er solle Trump weiter ein rechtskonservatives Spektrum erschließen. Ist sichtbar, aber meist eher im Hintergrund. Soll Mitautor von Trumps Antrittsrede sein.

Hope Hicks (28)

Offizieller Titel „Direktorin für strategische Kommunikation“. In Trumps innerstem Kreis die einzige Frau, die nicht zur Familie gehört. Wirkt fast ausschließlich hinter den Kulissen, ist Trump angeblich in gusseiserner Treue verbunden. Arbeitete vorher für seine Firma und seine Tochter Ivanka. Hat angeblich das Ohr des Präsidenten, Journalisten sehen in ihr einen möglichen Zugang zu ihm.

Dan Scavino (geb. 1976)

Verantwortet im Weißen Haus den Bereich Social Media – für Trump von besonderer Bedeutung. Hat auch den präsidialen Twitter-Account @POTUS unter sich. Managte einen von Trumps Golfclubs, verantwortete 2016 die sozialen Medien Trumps im Wahlkampf.

Stephen Miller (31 oder 32)

Politikberater im Weißen Haus. Bevor er in Trumps Wahlkampfteam kam, arbeitete er für den US-Justizminister Jeff Sessions. Jüdischen Glaubens. Wird als ultrakonservativ beschrieben, ist angeblich mit Richard Spencer befreundet, dem Anführer der so genannten „Alt Right“-Bewegung, einer Gruppierung von Rechtsextremen. Soll mit Bannon die Antrittsrede Trumps geschrieben haben.

Quelle: dpa

ei dem Treffen mit dem russischen Botschafter sei es nicht um seine Rolle im Wahlkampfstab von Trump gegangen, sondern er habe in seiner Funktion als Senator mit Kisljak gesprochen, erklärte Sessions. Bei dem Gespräch am 8. September habe er mit ihm über Terrorismus geredet, dann habe Kisljak den Ukraine-Konflikt erwähnt.

Der Republikaner fügte jedoch hinzu, dass er in der Anhörung hätte sagen sollen, dass er sich mit einem russischen Vertreter getroffen habe. Er kündigte an, dem Justizausschuss seine Aussage in einem Brief zu erklären.

Kommentare (5)

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Herr F. K.

03.03.2017, 08:45 Uhr

Hat da nicht jemand mal wegen E-Mail´s gerufen
"Sperrt Sie ein" Einfach nur lustig!!!
Sperrt ihn ein, sperrt ihn ein

Herr Andreas Kertscher

03.03.2017, 09:07 Uhr

Ich verstehe ja, daß Bashing dem Zeitgeist entspricht. Aber prüft doch bitte, ob er sich unter 4 Augen mit dem Russen getroffen hat oder mit einer Gruppe von Senatoren, wie ich es gehört habe. In letzterem Fall ist jede Verdächtigung absurd.

Herr Andreas Kertscher

03.03.2017, 09:07 Uhr

Ich verstehe ja, daß Bashing dem Zeitgeist entspricht. Aber prüft doch bitte, ob er sich unter 4 Augen mit dem Russen getroffen hat oder mit einer Gruppe von Senatoren, wie ich es gehört habe. In letzterem Fall ist jede Verdächtigung absurd.

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