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08.01.2011

11:08 Uhr

US-Justizministerium

Twitter soll Wikileaks-Daten an US-Gericht übergeben

Quelle:Golem.de

Informationen über die Nutzerkonten von Julian Assange und anderen Wikileaks-Aktivisten sollen von Twitter auf Anordnung eines US-Gerichts an das amerikanische Justizministerium übergeben werden. Der Vorgang wäre geheim geblieben, wenn Twitter sich nicht rechtlich gewehrt hätte.

Offizieller Twitter-Account von Wikileaks. Die USA sind offenbar an privaten Daten der Wikileaks-Unterstützer interessiert. DAPD

Offizieller Twitter-Account von Wikileaks. Die USA sind offenbar an privaten Daten der Wikileaks-Unterstützer interessiert.

HB LONDON. Die US-Regierung fordert laut Wikileaks per Gericht Informationen von dem Kurznachrichtendienst Twitter über Unterstützer der Enthüllungsplattform. Dabei gehe es um die privaten Nachrichten des Wikileaks-Gründers Julian Assange, Kontaktinformationen und andere persönliche Details zu dem Australier sowie drei weiteren Personen, die mit der Plattform in Verbindung stehen, berichtete Wikileaks am Samstag. Das in San Francisco ansässige Unternehmen Twitter lehnte eine Stellungnahme ab.

Nach Angaben von Wikileaks habe Twitter selbst die Vorladung des Gerichts, eine sogenannte Subpoena, dadurch öffentlich gemacht, dass das Unternehmen Rechtsmittel dagegen eingelegt habe. Twitter teilte lediglich mit, dass es zu seinen Grundsätzen gehöre, Nutzer über Anfragen - wie von Regierungsseite - zu informieren.

Aus der auf der Internetseite Salon.com veröffentlichten Vorladung an den Kurznachrichtendienst vom 14. Dezember geht hervor, dass die angeforderten Informationen "relevant für laufende strafrechtliche Ermittlungen" seien. Zugleich wurde Twitter davon in Kenntnis gesetzt, dass es weder Assange noch die anderen Betroffenen über die Vorladung informieren dürfe.

Wikileaks vermutet auch bei andern Internetfirmen Ermittlungen

Unter den Betroffenen ist auch der einst im Irak stationierte und mittlerweile inhaftierte Obergefreite Bradley Manning, dem die USA vorwerfen, Wikileaks geheime Daten zugänglich gemacht zu haben. Aber auch die Twitter-Daten der isländischen Politikerin Birgitta Jonsdottir, des niederländischen Hackers Rop Gonggrijp sowie des US-Programmierers Jacob Appelbaum sind für die USA von Interesse. Jonsdottir teilte per Twitter mit, dass sich Islands Justizminister inzwischen mit dem Fall beschäftige.

Kommentare (9)

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Margrit Steer

08.01.2011, 17:29 Uhr

Man muß so ganz allmählich mal die Frage stellen, ob die USA überhaupt noch ein demokratisches Land sind.

Stefan L. Eichner

08.01.2011, 19:12 Uhr

@ Margrit Steer

ich kann ihnen nur zustimmen. Außerdem hat das Vorgehen der USA m. E. schon etwas Verzweifeltes und Verzweifelte sind bekanntlich oft unberechenbar.

im Übrigen frage ich mich angesichts des vorliegenden Artikels auch, welche interessen Goldman Sachs wohl mit dem Einstieg bei Facebook verfolgt, abgesehen davon, dass es vielleicht ein gutes investment ist. immerhin hat Assange ja angekündigt, Wikileaks werde Dokumente einer US-Großbank veröffentlichen. Vielleicht geht es bei den ganzen US-initiativen gegen WikiLeaks auch eher darum, dies zu verhindern und nicht, wie zu suggerieren versucht wird, um eine harte Reaktion auf die veröffentlichten US-Depeschen.

Stefan L. Eichner

08.01.2011, 19:35 Uhr

... und Obamas neuer Stabschef, William Daley, kommt direkt aus der Führungsetage von JP Morgan Chase ....

Da fragt sich ernsthaft, wie man interessen der Wall Street und die der US-Regierung noch auseinander halten können soll?

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