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23.01.2012

01:00 Uhr

US-Kongressposten

Nach Attentat gibt US-Abgeordnete Amt auf

Anfang Januar hatte ein Mann bei einem Treffen der US-Abgeordneten Giffords' mit Bürgern ein Blutbad angerichtet. Es gab sechs Tote, und Giffords war in den Kopf geschossen worden. Jetzt kommt der Rücktritt.

Die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords bei ihrer Videobotschaft dapd

Die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords bei ihrer Videobotschaft

WashingtonDie US-Abgeordnete Gabrielle Giffords, die beim Attentat von Tucson lebensgefährlich verletzt worden war, will ihr Mandat im Kongress niederlegen. Das kündigte die demokratische Politikerin am Sonntag in einer Videobotschaft auf ihrer Facebook-Seite an. „Daher ist es das Beste für Arizona, wenn ich diese Woche zurücktrete“, sagte sie an ihre Wähler gerichtet.

Zur Begründung erklärte Giffords, sie wolle sich auf ihre Genesung konzentrieren. Aus Kongresskreisen verlautete, der Rücktritt werde vermutlich am Montag in Kraft treten.

Am 8. Januar 2011 hatte ein junger Mann bei einem Treffen Giffords' mit Bürgern ein Blutbad angerichtet, bei dem sechs Menschen getötet und 13 verletzt wurden. Giffords wurde aus nächster Nähe in den Kopf geschossen. Die Abgeordnete musste sich mehreren Operationen und monatelangen Behandlungen unterziehen, bevor sie im Juni zu ihrem Mann, dem früheren Astronauten Mark Kelly, heimkehren konnte.

Giffords hat sich seit dem Attentat kaum in der Öffentlichkeit gezeigt. Im August kehrte sie in das US-Repräsentantenhaus zurück, um an einer Abstimmung über einen mühsam ausgehandelten Kompromissplan zur Lösung des US-Schuldenstreits teilzunehmen.

Im November gab sie ihr erstes und bislang einziges Fernsehinterview nach dem Attentat. Zum Jahrestag des Attentats kehrte die 41-Jährige vor zwei Wochen zu einer Gedenkfeier für die Opfer des Attentats nach Tucson zurück.

Der mutmaßliche Todesschütze Jahred Loughner war in 49 Punkten angeklagt. Er plädierte vor Gericht auf nicht schuldig. Ende Mai war er wegen psychischer Störungen für nicht verhandlungsfähig erklärt worden. Die Staatsanwaltschaft hofft, dass dem 23-Jährigen mit Hilfe von Behandlungen doch noch der Prozess gemacht werden kann.

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