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04.01.2011

10:11 Uhr

US-Konjunktur

Aufschwung schafft keine Jobs

VonAxel Schrinner

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten: Die Erholung der US-Konjunktur geht zwar weiter, am Arbeitsmarkt kommt sie aber bislang nicht an. Analysten hoffen jedoch, dass günstige Auftrags-und Produktionsdaten sich auch bald in der Beschäftigung niederschlagen könnten.

USA: Die Erholung der amerikanischen Konjunktur gilt als gutes Anzeichen für eine weltweite Verbesserung. dpa

USA: Die Erholung der amerikanischen Konjunktur gilt als gutes Anzeichen für eine weltweite Verbesserung.

DÜSSELDORF/NEW YORK. Die Erholung der US-Konjunktur setzt sich fort. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg im Dezember auf 57 von 56,6 Punkten im Vormonat. Dies teilte das Institute for Supply Management (ISM) im US-Bundesstaat Arizona mit. Das Stimmungsbarometer erreichte damit den höchsten Wert seit Mai 2010. Die US-Börsen legten nach Bekanntgabe der Daten zu.

„Der Anstieg des ISM-Indexes auf ein hoch in der Wachstumszone liegendes Niveau lässt auf eine fortgesetzte Erholung der US-Industrie hoffen“, sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg. Ab Werten von 50 Punkten signalisiert der Index Wachstum. Die Erholung der Konjunktur in der größten Volkswirtschaft gilt als Schlüssel für die globale Wirtschaftsentwicklung. Bislang ist die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in Amerika das größte Risiko für eine Erholung von der schweren Rezession. Und hier ist kurzfristig kaum Besserung in Sicht.

Produktion legt zu

So verschlechterte sich die Beschäftigungskomponente des ISM-Indexes um knapp zwei auf 55,7 Punkte. Dies verdeutliche, dass die Beschäftigung in der US-Industrie bislang kaum von der guten Konjunkturentwicklung profitiere, sagte Thilo Heidrich von Postbank Research.

Ebenfalls zu Lasten des Gesamtindexes entwickelte sich die Lagerkomponente, die von 56,7 auf 51,8 Zähler nachgab und eine deutliche Verlangsamung des Lageraufbaus signalisierte.

Deutlich besser schnitten die produktionsnahen Komponenten ab. So kletterte der Produktionsindex von 55 auf 60,7 Punkte. Die Neuaufträge stiegen deutlich von 56,6 auf 60,9 Punkte. Dies lässt auf eine höhere Produktion in den nächsten Monaten schließen.

Analysten hoffen, dass günstige Auftrags- und Produktionsdaten sich auch bald in der Beschäftigung niederschlagen könnten. Sinkende Arbeitslosigkeit könnte den Konsum ankurbeln, der rund 70 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung Amerikas beisteuert. „Das verarbeitende Gewerbe bleibt einer der Hoffnungsträger unserer Wirtschaft“, sagte Jelena Shulyatyeva von BNP Paribas in New York. asr

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