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25.10.2013

21:29 Uhr

US-Krankenversicherung

Obamacare wird „privatisiert“

Kurz nach dem Start der staatlichen Krankenversicherung in den USA soll jetzt ein privates Unternehmen die Federführung bei der Beseitigung der technischen Probleme mit der Webseite „HealthCare.gov“ übernehmen.

Andrew Slavitt, hochrangiger Manager von Optum/QSSI. Reuters

Andrew Slavitt, hochrangiger Manager von Optum/QSSI.

WashingtonEin privater Anbieter soll nun die technischen Probleme mit der für die Gesundheitsreform in den USA unabdinglichen Webseite „HealthCare.gov“ lösen und beseitigen. Einer der bisherigen Subanbieter, das Unternehmen QSSI, werde befördert und habe künftig die gesamte Verantwortung, um die Webseite zu stabilisieren, teilten Regierungsbeamte am Freitag mit.

Bislang hatte eine staatliche Behörde die führende Rolle.
Seit dem Start des neuen Krankenversicherungssystems am 1. Oktober hatte es erhebliche technische Probleme mit der Regierungsseite im Internet gegeben, über die die Bürger ihre Suche nach Policen abwickeln sollen. QSSI hatte eine Komponente der Webseite aufgebaut, die relativ gut läuft.

Kernpunkte von Obamas Gesundheitsreform

Unversicherte in die Krankenversicherung holen

Rund 32 Millionen Menschen, die bisher unversichert waren, sollen eine Krankenversicherung erhalten. Am Ende sollen 95 Prozent der rund 310 Millionen Amerikaner versichert sein. Vor der Reform waren es 83 Prozent.

Grundversorgung

Eine Grundversicherung soll für die allermeisten Amerikaner zur Pflicht werden. Wer sich eine leisten kann, aber keine will, muss von 2014 an mit Geldstrafen rechnen. Firmen wird zwar nicht direkt vorgeschrieben, Mitarbeiter zu versichern. Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten werden aber zur Kasse gebeten, wenn Mitarbeiter staatliche Zuschüsse für ihre Versicherung kassieren.

Keine gesetzlichen Kassen

Eine staatliche Krankenkasse, wie sie linke Demokraten gefordert hatten, ist nicht vorgesehen. Stattdessen sollen die Bundesstaaten ab 2014 sogenannte „Gesundheitsbörsen“ einrichten, an der Amerikaner Policen vergleichen und kaufen können.

Keine Aufnahmeverweigerung

Versicherungen dürfen Amerikaner mit existierenden Erkrankungen nicht mehr abweisen. Sie dürfen keine Aufschläge mehr wegen des Geschlechts oder des Gesundheitszustandes von Versicherten verlangen. Bestehende Policen können auch nicht einfach widerrufen werden, wenn ein Versicherter erkrankt oder behindert wird.

Keine Bundesmittel für Abtreibungen

Abtreibungen sollen nicht durch Zuschüsse aus Bundesmitteln mitfinanziert werden, solange nicht das Leben der Mutter in Gefahr ist oder Inzest oder eine Vergewaltigung Ursache der Schwangerschaft ist. Die einzelnen Bundesstaaten können selber entscheiden, ob sie Frauen die Möglichkeit geben, Kosten für Schwangerschaftsabbrüche durch Zusatzversicherungen zu decken.

Der virtuelle Versicherungsmarkt, bei dem es die technischen Probleme gibt, ist zentrales Element der Reform. Nach Regierungsangaben besuchten seit 1. Oktober bereits rund 19 Millionen Menschen die Webseite „HealthCare.gov“.

Rund eine halbe Million Menschen hat sich demnach auf den staatlich betriebenen Seiten bislang um eine Versicherung beworben.

Obama hatte die Reform gegen den Widerstand der Republikaner durchgesetzt. Ihr erklärtes Ziel ist es, Millionen unversicherten US-Bürgern Zugang zu einer Krankenversicherung zu verschaffen. Dazu sollen die Beiträge für Arme verbilligt werden, und Versicherer sollen Kranke nicht abweisen dürfen. Die Republikaner stoßen sich unter anderem an der damit verbundenen Versicherungspflicht und beklagen steigende Kosten.

Von

ap

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