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14.12.2013

09:30 Uhr

US-Kriegsschiff

Kollision mit chinesischem Schiff nur knapp abgewendet

Beinahe-Kollision nahe der umstrittenen Inselgruppe im Südchinesischen Meer: Ein US-Kriegsschiff ist nur knapp einem Zusammenstoß mit einem chinesischen Schiff entgangen. Japan such indes nach Verbündeten im Inselstreit.

Angespannte Lage im Südchinesischen Meer: Nach Angaben des Pentagon soll es Anfang Dezember beinahe zur Kollision zwischen einem chinesischen und einem amerikanischen Schiff gekommen sein. Reuters

Angespannte Lage im Südchinesischen Meer: Nach Angaben des Pentagon soll es Anfang Dezember beinahe zur Kollision zwischen einem chinesischen und einem amerikanischen Schiff gekommen sein.

WashingtonEin US-Lenkwaffenkreuzer ist im Südchinesischen Meer beinahe mit einem chinesischen Kriegsschiff kollidiert. Nach US-Militärangaben versuchte das chinesische Schiff, die „USS Cowpens“ zu stoppen. Das US-Marineschiff habe ein Ausweichmanöver machen müssen, „um eine Kollision zu verhindern“, sagte ein Sprecher der Pazifik-Flotte laut US-Truppenzeitschrift „Stars and Stripes“. Das chinesische Amphibienschiff habe sich auf weniger als 500 Meter dem Lenkwaffenkreuzer genähert. Der Zwischenfall sei am 5. Dezember in internationalen Gewässern nahe des neuen chinesischen Flugzeugträgers „Liaoning“ passiert.

Das chinesische Schiff habe direkt vor dem US-Schiff gekreuzt und dann angehalten. Das US-Schiff habe manövrieren müssen, um eine Kollision zu verhindern. Schließlich hätten die Besatzungen der Schiffe miteinander kommuniziert. Beide Schiffe seien daraufhin so manövriert worden, dass sie sicher weiterfahren konnten.

An dem Tag war US-Vizepräsident Joe Biden zu Besuch in Peking. Die US-Regierung habe den Vorfall „auf hoher Ebene“ mit der chinesischen Regierung vorgebracht, schrieb das Blatt. In Peking gab es am Samstag zunächst keine offizielle Reaktion.

Militärzone im Inselstreit: US-Vizepräsident wirft China Provokation vor

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Unversöhnlich prallen die Gegensätze aufeinander. Die USA wollen Chinas Luftüberwachung im Ostchinesischen Meer nicht anerkennen. Der US-Vizepräsident sieht darin gar eine „provokative Aktion“.

Wegen Territorialstreitigkeiten zwischen China und seinen Nachbarn ist die Lage im Südchinesischen Meer ähnlich wie in dem mit Japan strittigen Seegebiet im Ostchinesischen Meer angespannt. China erhebt weitreichende Territorialansprüche in dem Meeresgebiet.

Der Zwischenfall sei am Ende durch Gespräche zwischen der „USS Cowpens“ und dem chinesischen Flugzeugträger gelöst worden, schrieb das Blatt. Die „Liaoning“, die bisher nur zu Trainingszwecken eingesetzt wird, kreuzt erstmals im Südchinesischen Meer.

Der Streit spitzte sich zu, nachdem China im November eine Flugverbotszone über den Inseln eingerichtet hatte. Ausländische Flugzeuge müssen sich vor dem Flug durch die Zone anmelden und eine Funkverbindung zur chinesischen Luftüberwachung aufnehmen. Die USA, Japan, Südkorea und Taiwan weigern sich die Zone anzuerkennen und schickten unangekündigt Kampfflugzeuge in das Gebiet.

Angesichts der wachsenden Spannungen im Territorialstreit mit China will Japan seine Beziehungen zu den südostasiatischen Ländern mit milliardenschweren Finanzhilfen stärken. Zwar ging Ministerpräsident Shinzo Abe bei einem Gipfeltreffen mit den zehn Staaten des Asean-Bundes in Tokio nicht direkt auf die von China ausgerufene Luftverteidigungszone um eine von beiden Seiten beanspruchte Inselgruppe im ostchinesischen Meer ein. Doch sprachen sich die Staats- und Regierungschefs am Samstag geschlossen für die Freiheit der See- und Luftwege und die friedliche Lösung von Konflikten auf Basis internationalen Rechts aus. Zudem begrüßte Japan in der Gipfelerklärung Gespräche der Asean-Länder mit China über Verhaltensregeln in der Region. Abe kündigte daneben Finanzhilfen über umgerechnet rund 14 Milliarden Euro für den Staatenbund an.

Japan versucht offenbar mit engeren Beziehungen zu den Asean-Ländern seine Stellung in der Region zu stärken, zumal auch mehrere Mitglieder der Staatengemeinschaft mit China über Hoheitsgebiete streiten. Allerdings haben die Asean-Staaten, zu denen Birma, Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam gehören, wegen Chinas wirtschaftlicher Bedeutung kaum Interesse direkt in einen diplomatischen Konflikt mit der Führung in Peking verwickelt zu werden. Neben Japan haben auch die USA und Südkorea das chinesische Vorgehen scharf kritisiert.

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