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22.06.2011

22:26 Uhr

US-Leitzins unverändert

Fed senkt Konjunkturprognose

Die Federal Reserve hat heute ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert. In Sachen Konjunktur werden die US-Notenbanker aber pessimistischer. Die Wall Street reagierte enttäuscht.

Fed-Chef Ben Bernanke. Quelle: Reuters

Fed-Chef Ben Bernanke.

Volkswirte hatten angesichts der lahmenden US-Wirtschaft einhellig mit dieser Entscheidung gerechnet. Damit liegt der Leitzins bereits seit rund zweieinhalb Jahren auf dem Rekordtief. Die Fed hatte ihn während der Finanzkrise im Dezember 2008 auf diese Spanne verringert. Vor Beginn der Krise im Sommer 2007 hatte der Zinssatz noch bei 5,25 Prozent gelegen.

Weitere Unterstützung seitens der Zentralbank für die US-Konjunktur gibt es aber nicht. Entgegen zuletzt hoch gekochter Spekulationen, legt die Fed kein neues Ankaufprogramm für Staatsanleihen auf. Das zweite derartige Programm, das im November gestartet und 600 Milliarden Dollar schwer war, laufe wie geplant Ende Juni aus, hieß es im Begleitkommentar des Offenmarktausschusses (FOMC) zum Zinsbeschluss.

Auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Beratungen deutete Bernanke an, dass sobald nicht mit neuerlichen Anleiheankäufen zu rechnen sei. Die Situation sei heute ganz anders als im August 2010, als er begonnen habe, über dieses Programm zu reden, sagte der Fed-Chef. Damals habe eine Deflation gedroht und die Lage am Arbeitsmarkt sei noch schlechter gewesen als heute. 

"Wir sind heute näher dran, unsere Ziele [bei Inflation und Arbeitslosigkeit, Anm. d. R.] zu erreichen als damals. Aber natürlich stehen wir jederzeit bereit einzugreifen, wenn es nötigt ist", sagte Bernanke.

Nüchterne Bestandsaufnahme

Experten stuften die Erklärung als nüchterne Bestandsaufnahme der Realität ein. „Die Fed gibt in dem Statement zu, dass sie die Lage am Arbeitsmarkt und bei der Inflation unterschätzt hat. Aber im Kern sagt sie, dass sie immer noch auf Besserung im zweiten Halbjahr hofft“, sagte Charles Reinhard, Chefstratege bei Morgan Stanley.

Nicht wenige Beobachter rechnen damit, dass die Fed im Laufe des Sommers sich entschließen wird, weitere die Konjunktur stützende Maßnahmen anzukündigen. „Vor allem wenn die Konjunkturdaten im Juli und August schwach und das Wachstum unter 2,5 Prozent bleibt, könnte die Fed wie im Vorjahr noch mal eingreifen“, sagte Henry Kaufman, Chef von Kaufman und Co. und Ex-Volkswirt bei der Fed-Niederlassung in New York.

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