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19.01.2006

08:35 Uhr

US-Luftangriff

El-Kaida-Chef-Bombenbauer offenbar tot

Mit dem Bombenangriff auf ein pakistanisches Dorf vor wenigen Tagen wollten die USA El-Kaida-Vize Aiman Al-Sawahiri töten - doch er ist nicht unter den 18 Opfern. Nun sickert durch, dass darunter andere hochrangige Vertreter des Terrornetzwerks sind, unter ihnen der Chef-Bombenbastler Osama Bin Ladens.

Das pakistanische Dorf Damadola nach dem US-Luftangriff, der Al-Kaida-Vize Aiman Al-Sawahiri galt. Foto: AP

Das pakistanische Dorf Damadola nach dem US-Luftangriff, der Al-Kaida-Vize Aiman Al-Sawahiri galt. Foto: AP

HB ISLAMABAD. Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten am Donnerstag unter Berufung auf Geheimdienstkreise in Pakistan, einer der Toten sei als der Ägypter Midhat Mursi al Sajid Umar identifiziert worden. Er gilt auch als Chemiewaffenexperte von El-Kaida und steht auf der US-Liste der gesuchten Terroristen weit oben. Auf den 52-Jährigen haben die USA eine Belohnung von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Neben ihm sei der Schwiegersohn Al-Sawahris getötet worden, der Ägypter Abdul Rehman al Misri. Ferner kam nach pakistanischen Angaben Abu Ubaida ums Leben, der El-Kaida-Einsätze in der ostafghanischen Provinz Kunar geleitet haben soll.

Die USA hatten das Dorf Damadola nahe der afghanischen Grenze am Freitag bombardiert, weil sie Informationen bekommen hatten, dass sich mehrere Terroristen hier zu einem Abendessen eingefunden hatten. Al-Sawahiri, der dazu eingeladen gewesen sein soll, soll kurzfristig abgesagt haben. Die übrigen Opfer sind Dorfbewohner, darunter Kinder. Der Angriff hatte in Pakistan Massenproteste gegen die USA und gegen den Präsidenten Pervez Musharraf ausgelöst. Musharraf gerät im eigenen Land immer wieder in die Kritik, weil er sich im Kampf gegen den Terrorismus auf die Seite der USA gestellt hat und als enger Verbündeter Washingtons gilt.

Die pakistanische Regierung hatte nach dem Angriff Protest beim US-Botschafter eingelegt. Premierminister Shaukat Aziz sagte am Dienstag, er wolle den Vorfall bei einem Besuch in Washington mit der US-Regierung besprechen. „Das war ein unglückliches Ereignis, das viele unschuldige Leben gekostet hat.“ Die US-Regierung nahm bislang nicht offiziell zu dem Vorfall Stellung.

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