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15.02.2017

13:57 Uhr

US-Medienberichte

Russland soll neue Raketen stationiert haben

Das Verbot von Mittelstreckenraketen von 1987 war ein Meilenstein der Rüstungskontrolle. Doch mittlerweile werfen Washington und Moskau einander fehlende Vertragstreue vor. Stein des Anstoßes: die neue russische SS-C-8.

Bei dem mutmaßlichen Bruch eines Waffenabkommens von 1987 durch Russland geht es auch um Vereinbarungen über Atomwaffen, was der Nato-Generalsekretär für besonders heikel hält. AFP; Files; Francois Guillot

Jens Stoltenberg

Bei dem mutmaßlichen Bruch eines Waffenabkommens von 1987 durch Russland geht es auch um Vereinbarungen über Atomwaffen, was der Nato-Generalsekretär für besonders heikel hält.

Washington/Brüssel/MoskauRussland soll nach einem Bericht des US-Senders CNN neue Marschflugkörper stationiert und damit den russisch-amerikanischen INF-Vertrag gebrochen haben. Der Sender beruft sich dabei auf Quellen in der US-Regierung. Auch die „New York Times“ hatte darüber berichtet. Der 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossene Vertrag verbietet landgestützte nukleare Mittelstreckenraketen mit 500 bis 5.500 Kilometer Reichweite.

„Die Russische Föderation verletzt weiterhin ihre Pflichten aus dem INF-Vertrag“, heißt es in einem Statement des US-Außenministeriums, das CNN vorliegt. INF steht für Intermediate Range Nuclear Forces.

Russland wies die Vorwürfe zurück. Moskau halte alle internationalen Abkommen und damit auch den INF-Vertrag ein, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau.

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Dem Bericht der „New York Times“ nach beziehen sich die Vorwürfe auf neue Marschflugkörper mit dem Nato-Code SS-C-8 (Russisch: 9M729), die eine Reichweite von 2.600 Kilometern haben sollen. Sie zählen zum Iskander-System von Boden-Boden-Raketen. Ein Bataillon mit SS-C-8 stehe noch auf dem Raketentestgelände Kapustin Jar bei Wolgograd, ein zweites sei im Dezember in den aktiven Dienst genommen worden. Zum Ort wurden keine Angaben gemacht. US-Geheimdienste gingen davon aus, dass die Systeme im vergangenen Jahr funktionsfähig gemacht worden seien, hieß es am Dienstag (Ortszeit) von einem Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Washington hat in den vergangenen Jahren mehrfach Moskau bezichtigt, das Abkommen zu verletzen. 2014 machte US-Präsident Barack Obama die Vorwürfe in einem Brief an Kremlchef Wladimir Putin erstmals öffentlich. Russland hält wiederum den USA vor, den INF-Vertrag durch den Raketenabwehrschirm mit Abschussstationen in Polen und Rumänien zu verletzen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht eine mögliche Stationierung eines russischen Raketensystems mit Sorge. Die Einhaltung von Waffenabkommen sei wichtig, besonders wenn es um Vereinbarungen über Atomwaffen gehe, sagte Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel. Sollte Russland einen amerikanisch-russischen Waffenkontrollvertrag aus der Ära des Kalten Krieges verletzt haben, wäre das sehr besorgniserregend für die Nato, so Stoltenberg.

Kommentare (4)

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Herr Vinci Queri

15.02.2017, 09:53 Uhr

>> Russland hat nach US-Angaben Mittelstreckenraketen im eigenen Land stationiert und damit gegen ein Abrüstungsabkommen aus dem Jahr 1987 verstoßen. >>

Die NATO hat mit ihrer Osterweiterung nach 1990 gegen alles VERSTOßEN, wozu sie sich davor verpflichtet hatte.

Na und ?

Diese VEREINBARUNGEN jucken doch keinen mehr !

Herr Bernhard Ramseyer

15.02.2017, 10:10 Uhr

So ist es Herr Queri,

der sog. Verstoß war eine Reaktion auf die Aktionen der Nato-Säbelrassler, genau wie die Sicherung der Krim eine Reaktion gegen die Maidan-Aufhetzer war.

Herr horst langner

15.02.2017, 10:15 Uhr

Russland wird immer mehr umklammert von westlicher Natopräsens, da ist es doch ihr gutes Recht zu verteidigen, zu mal auf eigenem Territorium. Die USA hat überall auf der Welt Waffen stationiert, da meckert keiner von den hohern Herren. Und wenn Trump auf die Rückgabe der Krim pocht sollten sie erst mal Hawaii zurück geben.

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